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de:lib:authors:bodhi:bps-essay_01

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Eine neues Unternehmen

Eine neues Unternehmen

Summary:

Eine neues Unternehmen

von

Bhikkhu Bodhi

Übersetzung ins Deutsche von:

jb für ZzE

Alternative Übersetzung: noch keine vorhanden

Dieses Jahr war für BPS eine Zeit neue Unternehmungen zu beginnen. Aus unserem Zuhause der letzten zwanzig Jahre heraus gewachsen, sind wir gerade in ein geräumiges neues Quartier, ausgestattet mit reichlicher Infrastruktur, die für unsere expandierende Arbeit benötigt wird, gezogen. Eine andere neue Unternehmung, inspiriert durch unser Wachstum, ist das Erstellen dieser Rundschreiben, welches wir jeder unserer zukünftigen Aussendungen anhängen werden. Das Rundschreiben bringt unseren Wunsch zum Ausdruck, einen engeren Kontakt mit Ihnen, unseren Mitgliedern, Lesern und Freunden, herstellen zu wollen. In dieser Reihe werden wir Sie mit Informationen über unsere Aktivitäten und Veröffentlichungen, wie auch Buchbesprechungen, Neuigkeiten und mit kurzen buddhistischen Aufsätze, versorgen.

Vielleicht beginnen wir am Besten mit dieser regelmäßigen Serie, in dem wir den Zweck, der unsere Arbeit mit BPS heute leitet, erkunden. Um es ganz einfach zu halten, ist die Absicht, der Welt die Lehren Buddhas, so wie sie in den ältesten Sammlungen von Buddhas Lehrschriften, dem Pali-Kanon, weitergegeben wurden, darzubieten. Wie auch immer zielen wir nicht darauf ab, nur objektiv-sachliche Darstellungen Buddhas Lehre, für das alleinige Interesse von Gelehrten der orientalischen Schulen und deren Studenten, anzubieten. Unser Ziel, das wir gewählt haben, ist unterstützender und vorschreibender Art: wir sind überzeugt, daß das Dhamma eine Botschaft transportiert, die immer noch sehr lebendig und gegenständlich ist und mit unseren Veröffentlichungen, trachten wir danach, diese Botschaft breiter bekannt zu machen.

Im Einklang mit diesem Ziel, ist es für uns essenziell, daß das Dhamma nicht nur in seiner originalen und vordergründigen Aufgabe, des zeitlosen Pfad zur Befreiung, angesprochen wird, sondern auch im Hinblick auf die irritierenden existenzielle Probleme, dargestellt durch die diversen Umstände unseres Zeitalter. Mit steigender Zahl an Leuten, haben im Osten wie auch im Westen, Kritik, Skepsis und enge Fixierung auf materielle Ziele, die traditionellen Sichtweisen zum Kippen gebracht, ohne jegliche befriedigende Alternative zu bitten, diese zu ersetzen. So während unsere Wissenschaften die verstecktesten Geheimnisse der Natur freilegen und die Macht zu kontrollieren an uns weiter geben zu scheint, finden wir uns selbst vereinnahmt von einem Gefühl der inneren Armut wieder, bettelarm der fundamentalen führenden Leitlinien, welche einen tieferen und reicheren Sinn unserer Leben sein könnte.

An der Wurzel unseres gegenwärtigen spirituellen Durcheinanders liegt eine durcheinander gekommene Konzeption von Werten, welche nun das absolut höchste Ende der menschlichen Aktivitäten, in einer Befriedigung von persönlichen Begierden, positioniert. Stillschweigend akzeptiert und ohne reflektierendes Bewußtmachen angenommen, ist diese These zur dominanten Arbeitsbasis der gegenwärtigen Zivilisation geworden. Um Personen, ethnische Gruppen wie auch Nationen zu mobilisieren, treibt es sie in die Notwendigkeit von nervenaufreibende Verfolgungsjagd nach Macht, Reichtum und Vergnügen und boxen einander in einen Kampf um einen Marktvorherrschaft von entweder kühlem Misstrauen oder ausgeprägtem Haß. Eine Bekenntnis zur Selbsterfüllung in einer Zeit von verschwindendem moralischem Nachdruck gegeben, ist es nicht erstaunlich, daß wir in Mitten dieses Überfußes, eine fieberhafte Suche nach tafelfertiger Erfüllung, wie auch einer aufkommenden Welle von Zerstörungswut, die selbst von der letzten menschlichen Güte befreit ist, um uns bezeugen können.

Um dieser verwirrenden Situation zu entkommen, wir das Predigen von Moral nicht ausreichen, noch kann viel von wirtschaftlichen, sozialen und politischen Reformen erwartet werden, was all diese fundamentalen Veränderungen betrifft. Denn der Kern dieser Krise ist eine Krise in unserem Bewußtsein. Sein wahrer Ursprung geht tiefer als unsere Institutionen, tiefer als unsere kulturellen Normen, tiefer als unsere erklärten Motive und Ziele. Der Ursprung liegt in versteckten Schichten des Geistes, am Brutplatz dieser stürmischen und willentlichen Kräfte, welche Buddha in den drei „Wurzeln des Bösen“ aufsummierte: Gier, Haß und Wahn.

Was daher äußerst wichtig ist, sollte da ein Veränderung in der Ausrichtung der Welt aufkommen wollen, ist eine Veränderung in jenen, die diese Welt machen: in uns selbst. Um unsere eigenes höchstes Wohl zu erlangen und effektiv das Wohl anderer fördern zu können, erfordert es den Scharfsinn, was nun wirklich in unserem Interesse liegt und was vielleicht nur eine augenblickliche Freude aber letztlich verletzend ist, und wir benötigen dazu auch die Ausdauer um dieser Arbeit zur Befreiung unseres Geistes, von den Bindungen an Gier, Haß und Wahn, nachgehen zu können. Zuzugestehen ist auch, das die Nummer jener, die das Erfordernis eines inneren Wechsels sehen, und eine passende Anstrengung machen werden, immer klein sein wird. Wie auch immer annulliert der Umstand, daß es schwierig ist, nicht die Notwendigkeit. Für jene mit einer klaren Vision, die empfänglich für einen Ruf nach dem Guten sind, kann es keine andere Wahl geben, als der harten Aufgabe, der Selbstveränderung, nachzugehen.

Wenn die Arbeit der inneren Kultivierens zur vollen Reife kommen soll, muß sie mit korrektem Verständnis beginnen und begleitet werden, mit der Einsicht über die wahre Natur der Existenz, welche in der Sprache des Dhammas „Rechte Ansicht“, genannt wird. Der unfehlbare Aufzeiger, den Buddha für rechte Ansicht gegeben hat, ist die Lehre der Vier Edlen Wahrheiten. Es ist diese Beschauung der Vier Noblen Wahrheiten und das Licht, daß diese auf das Zusammenwirken von Begierde, Freude und Leiden, wirft, welches die wichtigste Darbringung des Dhammas sein mag, um der ungezügelten Verwirrung unsere Zeit entgegenzuwirken. Im Gegensatz zur gesamten Welt, welche hinter der Annahme steht, daß Glück durch die Befriedigung von Begierde erlangt werden kann, lehrte Buddha, daß das gesamte Unterfangen welches darauf abzielt Begierde zu stillen, sich in Sinnlosigkeit verliert und das die Jagd aus Begierde nicht zum Wohl aber zu Leiden führt. In den Lehren des Erleuchteten liegt der Weg zu wahrem und unerschütterlichem Glück im Entsagen und dem Meistern der Begierden. Es kommt nur aus unseren eigenen Übungen, der Verführung von Vergnügen und Macht zu widerstehen, das Streben nach Selbstverherrlichung abzulegen und unsere Griffe der Anhaftung zu lösen, daß wir uns selbst in einem unzerstörbaren Frieden der Befreiung wiederfinden. Und es ist ausschließlich in dieser Weise, daß wir mit wahrem Mitgefühl für den Nutzen anderer, für das Wohl und das Glück der Welt handeln.


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de/lib/authors/bodhi/bps-essay_01.txt · Zuletzt geändert: 2019/10/30 13:23 von Johann