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Der Kodex für buddhistische Einsiedler I

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Title: Der Kodex für buddhistische Einsiedler I: Die Patimokkha Übungsregeln übersetzt und erklärt (3. Ausgabe, 2013)

Summary:

Der Kodex für buddhistische Einsiedler I

Die Patimokkha Übungsregeln übersetzt und erklärt (3. Ausgabe, 2013)

von

Ehrwürdigen Thanissaro Bhikkhu

Übersetzung ins Deutsche von:

Samana Johann (Entwurf)

Alternative Übersetzung: noch keine vorhanden

Alternative Formate: bmc1.pdf (526 S./1.7MB) Gedruckte Ausgaben des Buches, sind unentgeltlich erhältlich. Um eine zu erbitten, schreiben Sie bitte an: Book Request, Metta Forest Monastery, P.O. Box 1409, Valley Center, CA 92082, USA.

Alternative Ausgabe: 2. Ausgabe, 2007

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8.6 | 8.7 | 8.8 | 8.9 | 9 | 10 | 11 | 12 | Glossar | Literaturverz. | Regeln | Anhang

Anmerkung des Bearbeiters: Die mit einem Stern * als Abschluß bestückten Absätze, sind Teile, die gegenüber der 2. Ausgabe ergänzt oder abgeändert wurden.

Inhalte

Kürzelverzeichnis

<table cellspacing=„5“ cellpadding=„0“>

ANAṅguttara Nikāya
AsAdhikaraṇa-samatha
AyAniyata
BVBuch des Verhaltens
BMC1Der Kodex für buddhistische Einsiedler, Vol. I *
BMC2Der Kodex für buddhistische Einsiedler, Vol. II
CKommentar
CpCariyāpiṭaka
CvCullavagga
DNDīgha Nikāya
DhpDhammapada
ItiItivuttaka
KKaṅkhāvitaraṇī
KhpKhuddakapāṭha
MNMajjhima Nikāya
MvMahāvagga
NPNissaggiya Pācittiya
PcPācittiya
PdPaṭidesanīya
PrPārājika
PTSPali Text Society
PvParivāra
SNSaṃyutta Nikāya
SnSutta Nipāta
SCSub-Kommentare
SgSaṅghādisesa
SkSekhiya
VVimati-vinodanī
VismVisuddhimagga *

Nummern im Bezug auf Mv, Cv und Pv, beschreiben Kapitel, Abschnitte und Unterabschnitte; in den Referenzen zu DN, Iti, Khp und MN, Lehrreden (Sutta); in den Referenzen zu AN, Cp, SN und Sn, den Abschnitt (Samyutta oder Nipāta) und Lehrreden; in den Referenzen zu Dhp, Verse.

Preface *

Dieser Band ist der erste eines zweiteiligen Werkes, daß sich annimmt, eine organisierte und detaillierte Zusammenfassung, der Vinayaregeln und der Tradition rund um diese, zu geben. Die Pāṭimokkha-Übungsregeln, wie sie im Sutta Vibhaṅga erklärt werden, sind Thema dieser ersten Bandes. Die Regeln, die in den Khandhakas zu finden sind, sind das Thema des zweiten Bandes. Das Buch, als Ganzes, ist hauptsächlich für jene vorgesehen, deren Leben von Regeln beeinfußt sind, Bhikkhus, die nach ihnen Leben und andere Leute, die mit ihnen Umgang haben, sodaß diese, an einer Stelle zusammengefaßt, so viel wichtige Informationen wie möglich, was die Regeln bergen und was nicht, finden. Studenten des frühen Buddhismus, Theravāda-Geschichte, oder zeitgenössischer Theravāda-Angelegenheiten, sollten dieses Buch ebenfalls interessant finden, so wie auch jeder, der ernsthaft gegenüber der Praxis im Dhamma ist und sehen möchte, wie der Buddha Auswirkungen der Dhamma-Praxis im täglichen Leben bewerkstelligt hat.

Der Umfang an Information hier, ist beides, die Stärke und die Schwäche, des Buches. Zum Einen umfaßt es Material, daß in manchen Fällen, in Deutsch (Englisch) oder gar in romanisiertem Pali, nicht erhältlich ist, und sollte hinlänglich sein, als ein lebenslanger Gefährte eines Bhikkhus zu dienen, der ernsthaft, von der genauen und umfassenden Übung der Regeln, profitieren möchte. Zum Anderen mag sich die bloße Größe des Buches und die Menge an Details, denen man sich erinnern muß, für jeden, der gerade ins Bhikkhu-Leben einsteigt, Abschreckung oder Entmutigung erweisen.

Um diese Nachteilen zu überstehen, habe ich versucht, das Material in einer, so klar wie möglich zugeschnittenen Art, zu organisieren. Im Einzelnen habe ich jede Regeln, in seinen beteiligten Faktoren untersucht, um so nicht nur der Regels genaue Reichweite, sondern auch, wie diese in Verbindung zu der grundlegenden Abläufen der achtsamen Untersuchung, der eigenen Handlungen, in Begriffen von Größen wie Absicht, Vorstellung, Gegenstand, Anstrengung und Ergebnis, ein System, daß eine wichtige Rolle im der Übung des Geistes spielt, in Verbindung steht. Im zweiten Band, habe ich Regeln nach ihrem Thema zusammengefaßt, um so einen klaren Sinn zu geben, wie zufällig in den Texten verstreute Regeln, letztlich in einer zusammenhängenden Weise zueinander stehen.

Zum Zweiten, habe ich im ersten Band mit einer kurze Zusammenfassung der Pāṭimokkha-Regeln gedient und diese, organisiert nach Thema, im Verzeichnis der Regeln, am Ende des Buches, angeführt. Wenn Sie neu im Bezug des Themas der buddhistischen klösterlichen Regeln sind, schlage ich Ihnen vor, zuerst das Verzeichnis der Regeln zu lesen, um einen Überblick der Hauptregeln und deren Beziehung zum buddhistischen Pfad, zu erlangen, bevor Sie sich der detaillierteren Besprechungen im Umfang dieses Buches, annehmen. Dieses sollte Ihnen helfen, den generellen Zweck der Regeln im Geist zu behalten und Sie davon abhalten, in der Masse der Details, verloren zu gehen.

Ich bin vielen Personen, die direkt und indirekt geholfen haben, diese Buch zu schreiben, zu Dank verpflichtet. Phra Ajaan Fuang Jotiko (Phra Khru Ñāṇavisitth) und Phra Ajaan Thawng Candasiri (Phra Ñāṇavisitth), meine ersten Vinaya-Lehrer, gaben mir ein gründliches Fundament in diesem Gegenstand. Der Ehrwürdige Brahmavaṁso Bhikkhu gab mir viele Stunden seiner Zeit, für detaillierte Kritik, an frühen Versionen des Manuskripts, zur erste Ausgabe von Band Eins, und drängte mich dazu, mein Wissen zu vertiefen und meine Darstellung des Themas zu schärfen. Als das Manuskript der ersten Ausgabe diese Bandes, seine letztliche Version erreichte, lasen der Ehrw. Phra Ñāṇavarodom, Bhikkhu Bodhi, Thiradhammo Bhikkhu, Amaro Bhikkhu, Suviro Bhikkhu, Bill Weir und Doris Weir Kopien dieses und boten wertvolle Anregungen zur Verbesserung an.

In der Ursprünglichen Aufmachung dieses Buches, plante ich nur einen Band, die Pāṭimokkha-Regeln erklärend. Doch überzeugte mich 1997 Phra Ajaan Suwat Suvaco (Phra Bodhidhammācariya Thera), daß meine Arbeit nicht vollständig sein würde, solange ich nicht auch einen zweiten Band, über die Khandhaka-Regeln, anfügt habe. Im Zuge des Erkunden für diesen Band, hatte ich die Möglichkeit, nicht nur mein Wissen über die Khandhakas, sondern auch im Bereich des Sutta Vibhaṅga, das zu vertiefen, was ich zuvor übersehen oder missverstanden hatte. Damit war die Idee zu der gegenständlichen Neuauflage entstanden. Mein Ziel es auszuführen war zweierlei, einerseits um Fehler und Mängel in der ersten Ausgabe zu korrigieren und andererseits, um die zwei Bände, zu einem mehr zusammenhängenden Ganzen, zu zuschneiden. Das zweite Ziel, hat es erfordert, das Material zu reorganisieren und ein mehr zusammenhängendes und treffenderes Übersetzungsschema für technische Begriffe, zu übernehmen. Der Neuauflage, wurde durch Fragen, die ich von meinen Studenten, während des Vinaya-Unterrichtes, hier im Kloster, gestellt bekommen habe, eine Schub gegeben, wie auch durch eine Serie an Kritik und Fragen, die ich von Bhikkhus an anderen Orten erhielt. In Ergänzung zu Kritiken einer anonymen Gruppe von Bhikkhus aus Sri Lanka, habe ich auch von den Erwürdigen Jotipālo Bhikkhu, Brahmavaṁso Bhikkhu, Brahmāli Bhikkhu und dem verstorbenen Paññāvuḍḍho Bhikkhu, solche zum ersten Band, bekommen, sowie eine Ausführliche Kritik vom Ehrwürdigen Bhikkhu Ñāṇatusita, zum zweiten Band. All diese Kritiken, auch in den vielen Bereichen, wo ich diesen nicht zustimme, haben mir geholfen den Fokus des Buches zu schärfen und die Darbietung genauer und vollständiger zu machen. Ich bin für die Zeit dankbar, die meine Mit-Bhikkhus geopfert haben, um diese Arbeit nützlicher und verlässlicher zu machen. Auch haben viele Laien mit Hilfe versorgt: Im einzelnen Thomas Patton, der mit Bezügen zur burmesischen Ausgabe des Kanons versorgte, und Olivia Vaz, wie V.A. Ospovat, die beim Korrekturlesen halfen. Ich bleibe selbstverständlich für jeglichen Fehler, der noch immer enthalten ist, verantwortlich.

Für jeden, der mit der ersten Ausgabe dieses Buches bekannt ist, wird die augenscheinlichste Veränderung, das Anwachsen des Umfangs sein. Dies ist das Ergebnis des Gefühls, des Bedarfs, sein Umfassen übergreifender zu machen. An erster Stelle bedeutet dies, mit mehr detaillierteren Zugaben an Material, aus dem Kanon und den Kommentaren, zu versorgen. Dies hat wiederum zusätzliche Punkte freigelegt, zu denen der Kanon und die Kommentare in Widerspruch stehen und all das erfordert die Untersuchung, was als die korrekteste Auslegung, der fraglichen Punkte, anzusehen ist. Ich habe es ebenfalls als notwendig empfunden, die verschiedenen Werke, die in den vier Hauptausgaben des Kanons, Thai, Sri Lanka, Burma und Europäische PTS, zu finden sind, zu berücksichtigen. In der ersten Ausgabe des Buches, beschränkte ich meine Aufmerksamkeit, auf die Thai-Ausgabe, aber ich habe seit dem, den Bedarf erkennen müssen, durch alle vier Ausgaben zu blättern, um die beste Niederschrift für die Regeln und deren erklärendes Material, zu finden. Diesen Punkt bespreche ich, im Detail, in der Einleitung zum Band Eins. Was dies bedeutet ist, daß, wenn die unterschiedliche Niederschriften wichtige Angelegenheiten berühren und einen klaren Unterschied in der Ausübung machen würden, ich eine faire Menge an Raum zu opfern hatte, um meinen Vorzug, zu der einen oder anderen, erklären zu können. Zuerst wollte ich es vermeiden, mich mit diesen Angelegenheiten, im Umfang des Buches, auseinander zu setzten, aber im Anbetracht der nicht beruhigten Natur unseres gegenständlichen Wissens über den Kanon, fand ich dieses unvermeidlich. Ich hoffe, daß diese Besprechungen nicht im Konflikt, mit dem generellen Druck jeder Regel, stehen. Nochmals, wenn Sie neu im Bezug auf das Thema der buddhistischen klösterlichen Disziplin sind, können sie diese akademisch Besprechungen, während Ihres ersten Durchlesens, überspringen. Wenn dann Ihr Wissen über die Vinaya gefestigter ist und Sie sich zugeneigter fühlen, können Sie, zu einem späteren Zeitpunkt, zu diesen zurückkehren.

Auch wenn meine generelle Politik war, den schlüssigsten Text, unabhängig davon, in welcher Ausgabe er erscheint, aufzunehmen, mußte ich von dieser Politik in einem Bereich Abstand nehmen, und zwar in jenem, der Abwicklungsaussagen, die in den Gemeinschaftstreffen verwendet werden. Jede Ausgabe hat seine eigenen Standards für das Bestimmen der Wortreihenfolge und Orthographie, für diese Aussagen, und in nahezu jedem Fall, machen diese unterschiedlichen Aussagen, keinen praktischen Unterschied. So bin ich, zum Zwecke des Zusammenhangs, Anstelle zu versuchen einen bevorzugten Text für jeden Fall einzurichten, durchwegs der thailändischen Version gefolgt und habe nur dort Varianten angeführt, wo dieses wichtig erschien.

Eine letzte praktische Bemerkung: Trotzdem ich alle vier Hauptausgaben des Kanons aufgewartet habe, habe ich nur für eine, die PTS-Ausgabe, Bezugsnummern angegeben, so diese Ausgabe, die am leichtesten verfügbare für meine Leser ist. Bezüge zu den Kommentaren, wurden wie folgt gehandhabt: Wenn ich im Verlauf der Besprechung von Regel 'x', den Kommentar zur Regel 'x' wiederhole, sage ich einfach: „Der Kommentar sagt aus…“. Wenn ich die Besprechung von Regel 'x', mit einer Wiedergabe vom Kommentar zur Regel 'y', anreichere, sage ich: „Der Kommentar zur Regel 'y' sagt aus…“. Dieser Bezüge, mögen sodann, im Bereich der Kommentare, der gegenständlichen Regel 'x' oder 'z' gewidmet, unabhängig welche Ausgabe ich aufgewartet habe, leicht gefunden werden.

Als die erste Ausgabe von ersten und zweiten Band gedruckt wurde, waren die vorrangigen Widmungsträger noch am Leben. Beide sind jedoch seither verschieden, doch mein Respekt und meine Dankbarkeit gegenüber ihnen, ist ungeschmälert. So widme ich nun die Bände in Erinnerung an sie. Im Falle des ersten Bandes hier, geht diese Widmung, in Erinnerung an meinen Einweiser Phra Debmoli (Samrong Guṇavuḍḍho) vom Wat Asokaram, Samut Prakaan, Thailand, sowie an all meine Lehrer auf dem Pfad von Dhamma-Vinaya.

Ṭhānissaro Bhikkhu \\(Geoffrey DeGraff).

Metta Forest Monastery Valley Center, CA 92082-1409 U.S.A. Mai, 2007

Die dritte überarbeitete Ausgabe wurde durch Fragen von meinen Mit-Bhikkhus, besonders durch den Ehrwürdigen Nyanadhammo, Jotipālo, Khematto, und Kusalī inspiriert.

November, 2013

Einleitung

Dhamma Vinaya

Dhamma-Vinaya war Buddhas Name für die Religion, die er gründete. Dhamma - die Wahrheit - ist was er entdeckt hat und für alle, die nach der Befreiung aus dem Leiden streben, als Rat aufgezeigt hat. Vinaya – Verhalten/Disziplin - ist was er als Regeln, Ideale und Standards des Benehmens, für jene seiner Anhänger formuliert hat, die aus dem häuslichen Leben scheiden um nach Befreiung, mit größerer Ernsthaftigkeit zu streben. Auch wenn sich dieses Buch vorwiegend mit dem Verhalten auseinander setzt, sollte am Rande bemerkt werden, daß die gesamte Übung auf Buddhas Pfad, das Zusammenwirken von Dhamma und Vinaya erfordert. In der Theorie mögen sie vielleicht getrennt sein, doch in einer Person, die diese praktiziert, vereinen sie sich als Qualitäten im Geist und Charakter

„Gotamī, die Qualitäten, von denen Ihr wissen möget: 'Diese Qualitäten führen zu Nichtbegehren, nicht zu Begehren; dazu ungefesselt zu sein, und nicht gefesselt; zum Abwerfen, und nicht zum Anhäufen; zu Bescheidenheit, und nicht zu Selbstverherrlichung; zu Genügsamkeit, und nicht zu Ungenügsamkeit; zu Zurückgezogenheit, und nicht zu Verstrickung; zu aufkommender Energie; und nicht zu Faulheit; dazu unbeschwert zu sein und nicht dazu beschwert zu sein', möget Ihr wahrlich daran festhalten: 'Dieses ist das Dhamma, dieses ist die Vinaya, dieses ist des Lehrers Anweisung.'“ — Cv.X.5 *

Letztlich, sagte der Buddha, so wie die See einen einzigen Geschmack hat, jenen von Salz, so hat auch Dhamma und Vinaya einen einzigen Geschmack: den der Befreiung. Die Verbindung von Disziplin und Befreiung wird in einem Abschnitt klargemacht, der an mehreren Stellen im Kanon wieder erscheint:

„Disziplin ist zum Zwecke der Zurückhaltung; Zurückhaltung zum Zwecke der Freiheit von schlechtem Gewissen; Freiheit von schlechtem Gewissen, zum Zwecke von Freude; Freude, zum Zwecke von Verzückung; Verzückung, zum Zwecke der Gelassenheit; Gelassenheit, zum Zwecke von Behagen; Behagen zum Zwecke der Konzentration; Konzentration, zum Zwecke des Wissens und der Vision der Dinge, so wie sie zum Entstehen kommen; das Wissen und die Vision der Dinge, so wie sie zum Entstehen kommen, zum Zwecke der Ernüchterung; Ernüchterung, zum Zwecke von Nichtbegehren; Nichtbegehren, zum Zwecke der Befreiung; Befreiung zum Zwecke von Wissen und Vision über Befreiung; Wissen und Vision über Befreiung, zum Zwecke von der völligen Ungebundenheit durch Nichtfesthalten.“ — Pv.XII.2

Wie auch immer, legte der Buddha, im Einrichten seiner Religion der Befreiung, nicht einfach ein Reihe von Normempfehlungen und Regeln fest. Er gründete auch eine Gesellschaft (parisā) von Anhängern. Diese Gesellschaft wird in vier Hauptgruppen unterteilt: Bhikkhus (Mönche), Bhikkhunīs (Nonnen), männliche Laien und weibliche Laien. Auch wenn der Buddha in keiner Weise einen Bedarf sah, die Laienschaft in irgend einer Weise zu organisieren, richtete er es für Bhikkhus und Bhikkhunīs, jene, welche die Verstrickungen des Haushälterlebens aufgegeben haben, um sich selbst völlig dem Ziel der Befreiung zu widmen, ein, sich in Gemeinschaften zu entwickeln. Und er sah, daß diese, wie alle Gemeinschaften, Ideale und Standards, Regeln und Gepflogenheiten benötigen, um ihre Beständigkeit sicher zu stellen. Dieses Bedürfnis war es, das zum Aufkommen der Vinaya führte.

In den frühen Jahren des Buddhas Laufbahn, so erzählen uns die Texte, war da kein Bedarf klösterliche Verhaltensregel zu formulieren. Alle der Bhikkhus seines Gefolges, die Gemeinschaft der Bhikkhunīs, hatte noch keinen Beginn gefunden, waren Männer von hohen persönlichen Errungenschaften, die erfolgreich im Ablegen, vieler ihrer geistigen Trübungen, waren. Sie kannten seine Lehren gut und verhielten sich entsprechend. Der Kanon erzählt uns, wie der ehrwürdige Sāriputta, einer der herausragendsten Schüler Buddhas, den Buddha zu anfänglichen Zeiten bat, ein Pāṭimokkha, bzw. einen Kodex von Regeln zu formulieren, um sicher zu stellen, daß das Entbehrliche Leben, welches Buddha gegründet hatte, lange wehren würde: gerade so wie ein Band, das ein Blumengebinde umschnürt, sicher stellt, daß die Blumen nicht von Wind zerstreut werden. Der Buddha erwiderte, daß die Zeit, für so einen Kodex, noch nicht gekommen sei, da selbst die zurückstehendsten Männer der Gemeinschaft zu dieser Zeit, bereits einen ersten Einblick auf das Ziel hatten. Nur wenn geistige Ausflüsse (āsava) sich in der Gemeinschaft breit machen würden, wäre da ein Bedarf für ein Pāṭimokkha.

So die Zeit verging, begannen die Bedingungen, die eine Öffnung für Abflüsse, innerhalb der Gemeinschaft, her gaben, letztlich aufzukommen. Das Bhaddāli Sutta (MN 65) zeigt den Buddha zu einem späteren Zeitpunkt seiner Laufbahn, diese Bedingungen als fünf aufzuzählen:

Ehrw. Bhaddāli: „Warum ist es, Ehrwürdiger Herr, daß da weniger Übungsregeln und mehr Bhikkhus, eingerichtet im Wissen über das Erwachen, waren? Und warum ist es, daß da nun mehr Übungsregeln und weniger Bhikkhus, eingerichtet im Wissen über das Erwachen, sind?“ [Bhaddāli, der nicht gewillt war, an den Trainingsregeln festzuhalten, scheint nahe legen zu wollen, daß das Steigern der Zahl an Übungsregeln selbst, die Ursache für weniger Erlangung des Erwachens der Bhikkhus war. Der Buddha gibt jedoch eine andere Erklärung.]

Der Buddha: „So ist es, Bhaddāli. Wenn Lebewesen begonnen haben, zu verkommen und das wahre Dhamma zu Verschwinden begonnen hat, sind da mehr Übungsregeln und weniger Bhikkhus, eingerichtet im Wissen über das Erwachen. Der Lehrer legt keine Übungsregeln für seine Schüler fest, solange da keine Fälle sind, in denen die Bedingungen aufkommen, welche einen Fußhalt, für das Aufkommen von Abflüssen in der Gemeinschaft, darbieten. Wenn da jedoch Fälle sind, in denen die Bedingungen aufkommen, welche einen Fußhalt, für das Aufkommen von Abflüssen in der Gemeinschaft, darbieten, dann legt der Lehrer Übungsregeln für seine Schüler fest, um eben so, genau diesen Bedingungen, entgegen zu wirken.

„Da sind keine Fällen, in denen die Bedingungen aufkommen, welche einen Fußhalt, für das Aufkommen von Abflüssen in der Gemeinschaft, darbieten, solange die Gemeinschaft nicht groß geworden ist. Doch wenn die Gemeinschaft groß geworden ist, dann sind da Fälle, in denen die Bedingungen aufkommen, welche einen Fußhalt, für das Aufkommen von Abflüssen in der Gemeinschaft, darbieten, und der Lehrer legt dann Übungsregeln für seine Schüler fest, um eben so, genau diesen Bedingungen, entgegen zu wirken… Wenn die Gemeinschaft große materielle Errungenschaften besitzt… großen Status… einen großen Körper an Lehren… Wenn die Gemeinschaft lange bestehend ist, dann sind da Fälle, in denen die Bedingungen aufkommen, welche einen Fußhalt, für das Aufkommen von Abflüssen in der Gemeinschaft, darbieten, und der Lehrer legt dann Übungsregeln für seine Schüler fest, um eben so, genau diesen Bedingungen, entgegen zu wirken.“

So waren die Regeln an sich, nicht die Ursache für das Verkommen in der Gemeinschaft, und die Bedingungen, die einen Fußhalt für Abflüsse darboten, waren für sich keine Abflüsse. Vielmehr war es die wachsende Verflochtenheit der Gemeinschaft, welche die Möglichkeit für Bhikkhus anbot, auf der Grundlage ihrer Trübungen, in wachsender Vielfalt der Art und Weise, zu handeln. Und die Regeln, auch wenn sie keiner der fünf Bedingungen abwenden konnten, wurden, um den Möglichkeiten der Bedingungen, gegeben für unerwachtes Verhalten, entgegen zu wirken, entsprechend vielschichtig.

Selbst als diese Bedingungen auf kamen, legte der Buddha dennoch keinen vollständigen Kodex in Einem fest. Anstelle dessen, formulierte er Regeln zu Anlässen, um auf ein Geschehnis zu reagieren. Die Überlegungen, die zur Formulierung der jeweiligen Regel führten, sind bestens mit dem Ereignis, das die Formulierung der ersten Regel umgibt, dargestellt.

Der Ehrwürdige Sudinna, so die Geschichte, hatte starkes Vertrauen in den Buddha und ließ sich einweihen, nachdem er seiner Eltern widerwilliges Einverständnis erhielt. Er war deren einziges Kind und, trotz dem er verheiratet war, kinderlos. Seine Eltern, befürchtend, daß die Regierung deren Besitztümer nach ihrem Tod einvernehmen würde, wenn da kein Erbe ist. Sie entwickelten zahlreiche Wege, um den Ehrwürdigen Sudinna zurück ins Laienleben zu verführen, taten dieses jedoch vergeblich. Letztlich sah seine Mutter ein, daß er fester Absicht war, Bhikkhu zu bleiben und bat ihm letztlich Geschlechtsverkehr mit seiner vormaligen Frau zu haben, sodaß ihr Besitz einen Erben haben würde. Der Ehrwürdige Sudinna willigte ein, nahm seine Frau mit in den Wald, und hatte drei mal Geschlechtsverkehr.

Unverzüglich hatte er ein schlechtes Gewissen und gestand seine Handlung letztlich seinen kameradschaftlichen Bhikkhus. Worte erreichten den Buddha, der eine Versammlung der Gemeinschaft ein berief, den Ehrwürdigen Sudinna befragte und ihm eine Zurechtweisung gab. Die Zurechtweisung fiel in zwei wesentliche Unterteilungen aus. Im ersten Abschnitt erinnerte der Buddha den Ehrw. Sudinna, an seine Stellung als ein Samaṇa, ein Mönch oder Besinnlicher, und das sein Verhalten, seiner Stellung unwürdig war. Auch zeigte Buddha ihm das Ziel seiner Lehren auf und bemerkte, daß sein Verhalten entgegen dessen verlief. Die Schlußfolgerung hier war, daß der Ehrw. Sudinna nicht nur wider dem Inhalt der Lehren handelte, sondern auch kaltherzige Respektlosigkeit gegenüber des Buddhas mitfühlendem Ziel, für welches er das Dhamma bekannt machte, gezeigt hatte.

„'Nichtsnutziger Mann, es ist unziemlich, aus der Reihe, unzweckmäßig und eines Besinnlichen unwert, unpassend und ist nicht zu tun… Habe ich das Dhamma nicht auf zahlreicher Weise, für den Zweck der Nichtbegehrens und nicht für Begehrlichkeit, für Ungefesseltheit und nicht für Gefesseltheit, für Freiheit vom Festhalten und nicht für Festhalten, gelehrt? Hier nun, wo ich das Dhamma für Nichtbegehren gelehrt habe, legt Ihr Euer Herz auf Begehrlichkeit fest, während ich das Dhamma für Ungefesseltheit gelehrt habe, legt Ihr Euer Herz auf Gefesseltsein fest, während ich das Dhamma für Freiheit von Festhalten gelehrt habe, legt Ihr Euer Herz auf Festhalten fest.

„'Nichtsnutziger Mann, habe ich nicht auf zahlreiche Weise das Dhamma für das Abklingen von Begehrlichkeit, das Entnüchtern von Berauschung, das Bändigen von Durst, die Vernichtung von Anhaftung, das Abkappen der Runden, die Beendigung von Begierde, Nichtbegehren, Beendigung, Ungebundenheit, gelehrt? Hab ich nicht auf zahlreiche Weise das Ablegen von Sinnesvergnügen, Durchdringen von sinnlichen Vorstellungen, Bändigen von Sinnesdurst, Zerstörung von sinnlichen Gedanken, besänftigen von Sinnesfieber, vertreten? Nutzloser Mann, es wäre besser Euren Penis in den Rachen einer giftiger Schwarzen Viper zu stecken, als in einer Fraus Vagina. Es wäre besser, wenn Euer Penis in ein Stück brennender Kohle, lodernd und glühend, zu stecken, als in einer Fraus Vagina. Warum ist das? Aus diesem Anlaß würde Euch der Tod widerfahren oder todesgleiches Leiden, aber Ihr würdet daraus, mit dem Zerfall des Körpers, nach dem Tod, nicht in die Entbehrung fallen, dem schlechten Aufenthaltsort, eine niedrigere Ebene, die Hölle. Aber aus diesem Anlaß würdet Ihr, mit dem Zerfall des Körpers, nach dem Tod, in die Entbehrung fallen, den schlechten Aufenthaltsort, eine niedrigere Ebene, die Hölle…

„'Nichtsnutziger Mann, dies regt weder Vertrauen in den Vertrauenslosen an, noch mehrt es in Vertauensvollen. Vielmehr regt es die Abwesenheit von Vertrauen in den Vertrauenslosen an und das Wanken in einigen der Vertrauensvollen.' “

Der zweite Teil der Zurechtweisung behandelt in Begriffen von persönlichen Qualitäten: jene, die ein Bhikkhu, der sich im Verhalten übt, abzulegen hat, und jene, die er zu entwickeln hat.

„Dann, nachdem der Befreite auf zahlreiche Weise den Ehrwürdigen Sudinna zurechtgewiesen hat; im Tadel darüber gesprochen hat, beschwert zu sein, beanspruchend, arrogant, ungenügsam, verwickelt und träge; auf verschiedene Weise im Lob über unbeschwert zu sein, anspruchslos, bescheiden, genügsam, äußerst gewissenhaft, entsagend, anmutig, zurückhaltend und strebsam, gesprochen hat; eine Dhammalehrrede, über was ziemend und gebührlich für Bhikkhus ist, gegeben hat, richtet er sich an die Bhikkhus.“

Dies war die Stelle an der Buddha die Übungsregel formulierte, nachdem er zuerst den Grund dieses Tuns darlegte.

„'In diesem Fall, Bhikkhus, werde ich eine Übungsregel für die Bhikkhus formulieren, mit zehn Zielen im Geist: der Erhabenheit der Gemeinschaft, dem Wohlergehen der Gemeinschaft, der Drosselung der Dummdreistigkeit, des Wohlergehens, für sich gut verhaltenden Bhikkhus, des Widerstand von Abflüssen, im Bezug auf das gegenwertige Leben, des Abhaltens von Abflüssen, im Bezug auf das nächste Leben, des Aufkommens von Vertrauen in Vertrauenslosen, des Mehrens der Vertrauensvollen, des Einrichtens des wahren Dhammas und dem Fördern von Verhalten.' “

Diese Beweggründe teilen sich in drei Hauptarten. Die ersten beiden sind äußerlich: 1) um Friede und Wohlergehen innerhalb der Gemeinschaft selbst sicher zu stellen, und 2), um das Vertrauen unter der Laienschaft, von deren Unterstützung die Bhikkhus abhängen, zu fördern und zu schützen. (Die Ursprungsgeschichten der verschiedenen Regeln, stellen die Laienschaft, als sehr schnell verallgemeinernd, dar. Ein Bhikkhu verhält sich schlecht und sie beschweren sich: „Wie können diese Sakyan-Sohne solches tun?“) Die dritte Art der Beweggründe, ist jedoch innerlich: Die Regeln bestehen, um dem einzelnen Bhikkhu zu helfen, geistigen Abflüssen zu widerstehen und von ihnen abzuhalten. So besteht der Regels Ziel, nicht nur im Bezug auf das äußere Wohlergehen der Gemeinschaft, sondern auch das innere Wohlergehen der Einzelperson. Der letztere Grund wird bald für all jene offenkundig, die ernsthaft versuchen, sich an die Regeln zu halten, da diese Achtsamkeit und Umsichtigkeit im eigenen Handeln nähren, Qualitäten, die weiterführend, zur Übung des Geistes leiten.

Im Verlauf der Zeit, formulierte Buddha mehr als zweihundert erhebliche und geringfügige Regeln, das Pāṭimokkha formend, welches halbmonatlich in jeder Gemeinschaft von Bhikkhus rezitiert wurde. In Ergänzung formulierte er zahlreiche weiter geringfügige Regeln, an die sich seine Anhänger, jene, die spezialisiert auf den Gegenstand der Disziplin waren, erinnerten. Es ist jedoch nichts Sicheres darüber bekannt, welches Format diese zusammenstellten, um sich dem Körper des Wissen, während seiner Lebzeit, zu erinnern.

Nach dem völligen Nibbāna, vollbrachten seine Anhänger jedoch eine gemeinsame Anstrengung, einen Standard-Kanon des Dhamma und der Vinaya, einzurichten und der Pali-Kanon, so wir ihn kennen, begann seine Gestalt anzunehmen. Die Vinaya wurde in zwei Hauptteilen organisiert: 1) das Sutta Vibhaṅga, 'Darlegung der Texte' (auf welches von hier an, einfach als Vibhaṅga Bezug genommen wird), das nahezu alles an Material, welches die Pāṭimokkha-Regeln behandelt, enthält; und 2) die Khandhas, oder Gruppierungen, welche das verbleibende Material, lose, entsprechend ihrer gegenständlichen Angelegenheit, behandelnd, beinhalten. Die Khandhas selbst, sind in zwei Teile unterteilt, dem Mahāvagga, oder Größeres Kapitel und dem Cullavagga, oder Geringeres Kapitel. Historiker schätzen, daß das Vibhaṅga und die Khandhas etwas im zweiten Jahrhundert vor unserer Zeitrechnung, seine gegenwertige Form erreichte und das Parivāra, oder Ergänzungen, eine Zusammenfassung und Studienführer, ein paar Jahrhunderte später hinzugefügt wurde, welches den Vinaya Pitaka, den Teil des Kanon, der Verhalten behandelt, abschließt.

Da der Zweck dieser Ausgabe hier jener ist, das Pāṭimokkha zu übersetzen und zu erklären, sind wir sehr direkt mit dem Vibhaṅga befaßt. Die Ausgabe ist wie folgt aufgebaut: Die Regeln im Pāṭimokkha sind eine nach der anderen angeführt, jeder Regeln vorangehend dann eine Ursprungsgeschichte im Bezug auf den Anlaß, der zu deren Formulierung führte. Zu manchen Begebenheiten ging eine Regel durch eine oder mehrere Neuformulierungen. Und in dessen Fall wird mit eine ergänzende Geschichte, für jede Korrektur versorgt, um zu zeigen, was jene hervorgerufen hat.

Mit jeder Neuen Formulierung einer Regel, wurde jede vorhergehende Formulierung zurückgezogen. In anderer Weise, wurde sonst die ergänzten Einschränkungen oder Erlaubnisse ,in den Formulierungen, unnütz sein. Damit ist die letzte Formulierung, die Maßgebliche und die früheren Formulierungen, dienen nur dem geschichtlichen Interesse. *

Nach der letzten Anführung einer Regel, folgt eine Wortuntersuchung (pada-bhājaniya), welche im Detail die wichtigsten Begriffe, der Regel, erklärt.* Für viel der Regeln beinhaltet diese eine oder mehrere „Durchläufe“, oder Aufstellungen, welche die mit der Regel verbundenen Eventualitäten und all deren möglichen Umsetzungen und einhergehende Beurteilungen, im Bezug auf Sanktionen (wenn da welche wären), die jede Eventualität zur Folge hat, wiedergibt. Zum Beispiel enthält die Abhandlung der ersten Regel, eine Abwicklung, die alle Arten der Objekte, mit welcher eine Person eine Geschlechtshandlung haben könnte, wiedergibt, führt diese, gegenüber den Möglichkeiten der Art des Verkehrs, und ob oder nicht, der beteiligte Bhikkhu seine Einwilligung dazu gibt, und die Strafen, für jede mögliche Zusammensetzung von Faktoren, an.

Der Wortanalyse folgend, ist für jede Regel ein Abschnitt für Nichtvergehensklauseln vorgesehen, welcher die abschwächenden Umstände, unter denen ein Bhikkhu von den, der Regel entsprechenden Sanktion, freigestellt werden würde.

Zum Schluß ist für die erheblichen Regeln, das Vinita-Vatthu, oder Präzedenzfälle, angeführt, welches die verschiedenen Fälle, im Bezug der Regel, auflistet und ein Urteil abgibt, welche Strafe, so es eine gibt, diese zur Folge haben.

Das Vibhaṅga formt die Grundlage für die meisten Erklärungen der Übungsregeln, die in dieser Ausgabe wiedergegeben sind. Wie auch immer, bleiben da vielerlei Fragen, zu welchen das Vibhaṅga schweigt oder unklar ist. Um diese Fragen zu beantworten, habe ich mich den Khandhas oder der Kommentarliteratur, die über den Verlauf der Jahrhunderte, rund um die Vinaya, gewachsen sind, zugewendet. Die vorwiegenden Arbeiten, die ich berücksichtigt habe, sind jene:

1) Das Samanta-pāsādikā, „Das Wahrlich Anregende”, (von hier an als Kommentar erwähnt), ein Kommentar zum Vinaya Pitaka, im fünften Jahrhundert unserer Zeitrechnung von Bhadantācariya Buddhaghosa, der seine Arbeit auf althergebrachte Kommentare stützte, zusammengestellt. Die Originale, dieser althergebrachten Kommentare, mögen aus Indien nach Sri Lanka gebracht worden sein und wurden ins Singhalesische übersetzt. Doch wiederholend sind Bezugnahmen, innerhalb der Kommentare, zu Plätzen und Personen in Sri Lanka, welches zeigt, daß viel des Materials, in den Kommentaren, in Sri Lanka zusammengestellt wurde. Aus Hinweisen innerhalb Buddhaghosas Schriftstücken, er stellte Kommentare zum überwiegenden Anteil des Kanons zusammen, haben Historiker abgeschätzt, daß die althergebrachten Kommentare über eine Spanne von mehreren Jahrhunderten gesammelt, und dies etwa im 4. Jahrhundert abgeschlossen wurde. Buddhaghosas Arbeiten enthalten daher Material, welches viel älter, als seine Lebenszeitraum rückschließen ließe, ist.

Zu Buddhaghosas Zeiten war ein Glaube erwachsen, daß die althergebrachten Kommentare die Arbeit von Buddhas unmittelbaren Schülern waren und so unbestreitbar die wahre Absicht des Kanons transportieren. Wie auch immer werden wir weiter unten sehen, daß die althergebrachten Kommentare selbst, keinerlei solch erhabenen Ansprüche machten.

Dennoch platzierte die Existenz dieses Glaubens, im 5. Jahrhundert, einige Einschränkungen in Buddhaghosas Arbeit. An Punkten, wo die althergebrachten Kommentare mit dem Kanon in Konflikt standen, mußte er die Ungereimtheit, als des Kopierers Fehler, oder sonst an Seite mit den Kommentaren, gegen den Kanon, heraus schreiben. An ein paar Stellen, wie etwa seine Erklärung von Pc 9, versorgte er mit Argumenten, welche die Auslegungen der althergebrachten Kommentare wahrlich zerstörten. Dann schlägt er aber wieder um, das die althergebrachten Kommentare richtig sein müssen, da deren Autoren des Buddhas Absichten kannten. Vielleicht war es Druck durch die älteren Bhikkhus im Mahāvihāra in Anurādhapura, dem Platz an dem die althergebrachten Kommentare aufgehoben wurden und wo es Buddhaghosa erlaubt war, seine Arbeit zu vollbringen, der ihn dazu brachte, in dieser Weise zurückweichen. Jedenfalls fühlte er sich nur dort frei seine eigenen Kommentare zu formulieren, wo die althergebrachten Kommentare still waren oder abweichende Meinungen wiedergaben.

2) Das Kaṅkhā-vitaraṇī„Der Bezwinger von Unklarheiten” (der K/Kommentar), ein Kommentar zum Pāṭimokkha, ebenfalls von Buddhaghosa zusammengestellt. Auch wenn die Arbeit im Großen und Ganzen eine Zusammenfassung des Materials im Kommentar ist, beinhaltet es einiges an unabhängigem Material, im Einzelnen ein System der Klassifizierung von Vergehen, unter jeder Übungsregel, in deren zusammensetzenden Faktoren. Auch widerspricht es dem Kommentar von Zeit zu Zeit, vorschlagend, daß dies auf eine Kommentartradition, unterschiedlich zu jener der dem Kommentar unterliegenden, begründet sein mag.

3) Das Sārattha-dīpanī„Der Essenz-Bedeutungsbeschreiber” (Sub-Kommentar), ein Sub-Kommentar zum Kommentar, im 12. Jahrhundert, in Sri Lanka, vom Ehrwürdigen Sāriputta, dem ersten Mahāsāmin oder Oberhaupt der singhalesischen Saṅgha, geschrieben, nachdem die Saṅgha, unter der Schirmherrschaft von König Parakrāmabāhu I, reformiert und geeinigt wurde. Diese Arbeit erklärt nicht nur die Kommentare, sondern behandelt auch Punkte des Kanons selbst. Auch zitiert es als autoritativ, die Beurteilung von drei antiken Texten, den Ganthipadas, welche nicht länger erhalten sind, und jene vom Ehrwürdigen Buddhadatta, einem Gelehrten des 4. Jahrhunderts Christlicher Zeitrechnung, der zwei noch verbleibende Vinaya-Führer schrieb.

4) Das Vimati-vinodanī„Der Entferner von Verwirrung” (das V/Sub-Kommentar), ein weiterer Sub-Kommentar aus dem 12. Jahrhundert, geschrieben in Südindien, vom Ehrwürdigen Kassapa, der auch das Mohavicchedanī, eine Zusammenfassung des Abhidhamma Pitaka und der Kommentare Buddhaghosas dazu, schrieb.

5) Das Kaṅkhā-vitaraṇī-purāṇa-ṭīkā und das Kaṅkhā-vitaraṇī-abhinava-ṭīkā, die alten und neuen Sub-Kommentare zum K/Kommentar (Alter K/Sub-Kommentar und Neuer K/Subkommentar). Der erste, in welchem einige Abschnitte zu fehlen scheinen, wurde von einem unbekanntem Autor, während der Anurādhapura-Periode, welche die Zeit des Ehrwürdigen Sāriputta, wie oben bemerkt, durchzieht, geschrieben. Der zweite, dessen vollständiger Name Vinayattha-mañjūsā Līnapakāsanī, „Die Brust der Bedeutung der Disziplin, der Klarsteller der Subtilen Bedeutung“, wurde vom Ehrwürdigen Buddhanāga, einem Schüler vom Ehrwürdigen Sāriputta, geschrieben. Beide Arbeiten kommentieren nicht nur die K/Kommentare, sondern auch die Kommentare und dem Kanon.

6) Das Attha-yojanā, „Die Auslegung der Bedeutung” (das A/Sub-Kommentar), ein Subkommentar, das, anders als die Arbeiten des Ehrw. Sāriputta, Kassapa und Buddhanāga, mehr Untersuchung der Sprache der Kommentare macht. Dieses wurde im 15. Jahrhundert christlicher Zeitrechnung von einen Grammatiker aus Chieng Mai, Namens Ehrwürdiger Ñāṇakitti, geschrieben.

Von hier an, werden die “althergebrachten Kommentare“, die Originale, mit denen Buddhaghosa zu Arbeiten hatte, beschreiben, und „die Kommentare“, alle sieben oben gelisteten Arbeiten.

In Ergänzung zum Kanon und den Kommentaren, habe ich zu den Texten, die im Literaturverzeichnis angeführt sind, Bezug genommen. Drei davon verdienen hier spezielle Erwähnung.

1) Das Pubbasikkhā-vaṇṇanā, ein großes Kompendium von Regeln aus dem Kanon und dem Kommentar, zusammengestellt im Jahre 1890 von Phra Amarabhirakkhit (Amaro Keod), einem Schüler von König Rāma IV. Dies war der erste umfassende Vinaya-Führer, zusammengestellt, für den Nutzen in der Dhammayut-Sekte, welche von Rāma IV, als er noch ein Mönch war, gegründet wurde. Auch wenn dieses Buch offiziell vom Vinaya-mukha (siehe unten) verdrängt wurde, bevorzugen viele Gemeinschaften in Thailand, speziell innerhalb der Kammaṭṭhāna-Waldtradition, es als mehr autoritativ. Das Buch enthält ein Minimum an erläuterndem Material, doch abschnittsweise Auslegungen des Kanons, die nicht direkt zu den Kommentaren zurückverfolgt werden können. Viele dieser Auslegungen wurden in das Vinaya-mukha übernommen und so würde ein in Thailand praktizierender Mönch gut unterrichtet sein, wenn er diese kennt. So habe ich Bezüge zu diesem hergestellt, wo immer diese relevant erscheint.

2) Das Vinaya-mukha, ein Führer zur Vinaya, in Thailand im frühen 20. Jahrhundert vom Prinz Vajirañāṇavarorasa, einem Sohn des Königs Rāma IV, der als Bhikkhu ordinierte und dann die Position als Höchster Patriarch der thailändischen Saṅgha für viele Jahre hielt, geschrieben. Diese Arbeit schrieb er als Teil seines Versuches, der einerseits eine zentrale, Bhikkhu-verwaltete geistliche Organisation für die thailändische Saṅgha zu erschaffen und andererseits die zwei bedeutenden Sekten zu einen, war. Der Versuch im Bezug auf die Einigung scheiterte, doch das Anliegen im Bezug auf die Zentralisierung hatte Erfolg und das Buch ist nach wie vor das offizielle Textbuch zur Vinaya, für die Prüfungen, die vom Thailändischem Konzil der Alten durchgeführt werden. Prinz Vajirañāṇa widerspricht oft offen in seinen Auslegungen, nicht nur den Kommentaren, sondern auch dem Vibhaṅga selbst. Manche seiner Nichtzustimmungen zu den Kommentaren scheinen passend, manche nicht.

Ich füge das Buch einerseits wegen der wertvollen Anregungen, die es zu unklaren Punkten in den älteren Texten macht und weil es eine Autorität über weite Teile Thailands einnimmt, an. Es wurde als „The Entrance to the Vinaya,” ins Englische übersetzt, doch ist die Übersetzung so gefärbt, daß ich entschieden habe alle Abschnitte, die ich zitiere, neu daraus zu übersetzen.

3) The Book of Conduct, eine Überstetzung, von nahezu des gesamten Vinaya Pitaka ins Englische, von Frau I.B. Horner. Auch wenn ich viel von Frau Horners Arbeit gelernt habe, sind da Punkte, wo meine Übersetzung und Schlußfolgerung, von den ihren, abweichen. Weil viele Leser, die Informationen hier gegenüber ihrer, prüfen mögen wollen, habe ich diese Punkte mit einem „(§)“ versehen. Jeder der sich fragen mag, welche Auslegung korrekt ist, mag die fraglichen Abschnitte, gegenüber den primären Quellen, angeführt im Literaturverzeichnis, zurück zu diesem Buch, prüfen.

Widersprüche unter den Texten. Da sind zwei Ebenen der Schwierigkeit im Versuch all diese verschiedenen Texte zu vergleichen. Die Erste ist, daß der Kanon und Kommentare, im Pali, in vier gewichtigen gedruckten Ausgaben existiert: Thailändisch, Burmesisch, Singhalesisch und Europäisch (gedruckt von der Pali Text Society, PTS). Auch wenn diese Ausgaben im Großen und Ganzen übereinstimmen, unterscheiden sie sich fallweise in einer Art, die einen wichtigen praktischen Einfluß haben kann. So habe ich, dort wo sich die Ausgaben unterscheiden, entschieden, jene zu wählen, die am meisten nachvollziehbar und stimmig im Bezug auf den Rest des Kanons ist. In manchen Fällen bedeutete dies, einen Text, der nur in einer Ausgabe vorkommt, gegenüber jener, gefolgt in allen anderen, vorzuziehen (siehe zum Beispiel die Diskussion unter Sg 3 und 4). Dort wo verschiedene Texte in gleicherweise begründbar erscheinen, habe ich den alternativen Text ebenfalls angeschlossen.

Im Bezug auf die Verwendung des Prinzips des inneren Zusammenhalts hier, folge ich den Großen Standards, welche, wie das Mahāparinibbāna Sutta (DN 16) berichtet, der Buddha in Bhoganagara, kurz vor seinem Dahinscheiden, formulierte:

„Da ist der Fall, in dem ein Bhikkhu dieses sagt: 'Angesicht zu Angesicht, mit dem Befreiten, habe ich dies gehört, Angesicht zu Angesicht, habe ich das empfangen: Dies ist das Dhamma, dies ist die Vinaya, dies ist des Lehrers Anweisung.' Diese Bemerkung ist weder zu befürworten noch zu verachten. Ohne Zustimmung oder Verachtung, nehmt umsichtig Notiz von seinem Wort, und stellt es gegen die Suttas, und stimmt es gegenüber der Vinaya. Wenn, mit der Gegenstellen zu den Suttas, oder dem Stimmen mit der Vinaya, Ihr schlußfolgern mögt: 'Dies ist nicht das Wort des Befreiten, dieser Bhikkhu hat es missverstanden', solltet Ihr es ablehnen. Aber wenn… es gegen den Suttas besteht, und stimmig mit der Vinaya ist, mögt Ihr schlußfolgern: 'Dies ist das Wort des Befreiten, dieser Bhikkhu hat es recht verstanden.“ *

[Die selben Kriterien sind zu nutzen, wenn ein Bhikkhu für seine Autorität eine Gemeinschaft mit gut bekannten führenden Älteren, ein Kloster mit vielen gelehrten Älteren, welche die Tradition kennen, welche sich dem Dhamma, der Vinaya und dem Mātikā (der Vorgänger des Abhidhammas, wie wir es kennen) erinnern, anführt, oder eine einzelner Älterer, der die Tradition kennt.]

Mit anderen Worten, ist der unterliegende Faktor, in der Entscheidung für ein korrektes Verständnis, nicht eine persönliche Authorität, sondern Stimmigkeit. Nur wenn eine Aussage bei einem Vergleich, mit dem was vom Kanon bekannt ist, hält, sollte es als wahres Dhamma akzeptiert werden. Dieser Standard wurde ausgesprochen, als die Texte noch immer mündlich überliefert wurden. Für unsere Situation in der Gegenwart übernommen, bedeutet es jedoch, daß wir keine angenommene Verlässlichkeit, einer einzelnen gedruckten Ausgabe, als letztgültig annehmen können. Wenn ein bestimmter Text stimmiger als seine Alternativen, mit dem was aus dem Rest des Kanons bekannt ist, erscheint, unabhängig in welcher Ausgabe es zu finden ist, sollte es akzeptiert werden. Wenn zwei unterschiedliche Texte gleichermaßen mit dem bekannten Kanon stimmig erscheinen, mögen beide mit Respekt behandelt werden.

Die zweite Ebene von Schwierigkeiten, im Umgang mit Unterschieden unter den Texten, ist, daß da Punkte sind, in denen das Vibhaṅga in Abweichung mit dem Wortlaut der Pāṭimokkha-Regeln ist und die Kommentare in Abweichung mit dem Kanon. Dies drängt uns dazu zu entscheiden, welche Schichte von Texten, als letztgültig, zu nehmen sind. Soweit wie die Unterschiede zwischen dem Vibhaṅga und den Regeln bedacht sind, deutet der folgende Abschnitt im Cullavagga (X.4) an, daß der Buddha selbst Vorzug, dem Weg wie die Bhikkhus die Regeln im Vibhaṅga herausgearbeitet haben, gab:

„Als sie an einer Seite stand, sagte Mahāpajāpatī Gotamī zum Befreiten: 'Ehrwürdiger Herr, diese Regeln der Übung für Bhikkhunīs, die gemein mit jenen der Bhikkhus sind, Ehrwürdiger Herr: Welcher Linie des Verhaltens sollten wir im Bezug zu diesen folgen?'

„'Jene Regeln der Übung für Bhikkhunīs, Gotamī, die gemein mit jenen für die Bhikkhus sind: So wie die Bhikkhus sich selbst üben, so sollt Ihr Euch selbst üben'… .. (Hervorhebungen hinzugefügt).

„'Und jene Regeln der Übung für Bhikkhunīs, die nicht gemein mit jenen für Bhikkhus sind, Ehrwürdiger Herr: Welcher Linie des Verhaltens sollten wir im Bezug zu diesen folgen?' *

„'Jene Regeln der Übung für Bhikkhunīs, Gotamī, die nicht gemein mit jenen für die Bhikkhus sind: Übt Euch selbst in diesen, so wie sie formuliert sind.' “

Diese Passage schließt ein, daß schon zu Zeiten des Buddhas, Bhikkhus begonnen hatten, einen Weg der Auslegung der Regeln, die in manchen Fällen nicht exakt im Einklang mit der Art wie Buddha diese ursprünglich formuliert hatte, herauszuarbeiten. Manche Leute haben diesen Abschnitt so gelesen, unterbreiten, daß der Buddha, obgleich diese Entwicklung hinnehmend, damit nicht erfreut war. Dies würde, wie auch immer, den vielen Abschnitten im Kanon entgegenstehen, wo der Buddha vom Ehrwürdigen Upāli in hohem Masse lobend spricht. Upāli war der herausragendste Bhikkhu-Schüler im Bezug auf Wissen über die Vinaya und war verantwortlich für das Lehren der Regeln an andere Bhikkhus, sowie er weitreichend verantwortlich für das Gestalten der Vinaya, so wie wir sie heute haben, war. Es scheint eher so, daß der Buddha in diesem Abschnitt einfach, um unnötige Unstimmigkeiten zu vermeiden, sagt, daß die Art, wie die Bhikkhus die Folgerungen der Regeln herausgearbeitet haben, zu akzeptieren ist, wie sie ist.

Da diese Entwicklung letztlich zum Vibhaṅga geführt hat, können wir einigermaßen zuversichtlich sein, daß mit dem Festhalten am Vibhaṅga, wir so handeln, wie der Buddha es uns tuen hätte lassen. Und wenn wir die wenigen Stellen, wo das Vibhaṅga vom Wortlaut der Regeln abweicht, untersuchen, finden wir nahe zu immer, daß es versucht, die Widersprüche unter den Regeln selbst und zwischen den Regeln und den Khandhas, zu schlichten, um so die Vinaya zu einer mehr Zusammenhängenden zu machen. Dies ist besonders, im Bezug von Regeln, die Gemeinschaftsabwicklungen berühren, wahr. Allem Anschein nach wurden viele dieser Regeln formuliert, bevor die generellen Muster für Abwicklungen in den Khandhas, fertig gestellt wurden. Nachdem die Muster eingerichtet waren, waren die Zusammensteller des Vibhaṅga somit manchmal dazu gezwungen, vom Wortlaut des Originals der Regel, abzuweichen, um diese in Einklang mit den Muster zu bringen.

Was die Widersprüche zwischen dem Kommentar und dem Vibhaṅga angeht, so ist dies ein mehr umstrittener Bereich, mit zwei Extremen der Denkweise. Eine ist, den Kommentar gänzlich zurück zu weisen, so es nicht des Buddhas Wort ist, denn moderne gelehrte Historiker haben deutlich gezeigt, daß er Material enthält, das auf viele Jahrhunderte nach Buddhas Ableben datiert wird. Das andere Extrem ist, den Kommentar, als das Vibhaṅga gänzlich verdrängend, anzunehmen. Dies im Einklang mit dem traditionellen Glauben, der darum gewachsen ist: das dieser zum Ersten Konzil zusammengestellt wurde, um die wahre Absicht jener aufzuzeigen, die den Vibhaṅga zusammengestellt hatten und nun gewisser Maßen unfähig waren, das was sie wirklich sagen wollten, nun mit dem Kanon selbst zusammen zu bringen. Auch wenn die Vertreter jedes Extremes traditionelle Quellen zu ihrer Verteidigung zitieren können, paßt keines der Extreme mit den zwei Fassungen der Großen Standards, eines oberhalb und eines unterhalb angeführt, zusammen, die der Buddha formulierte, um urteilen zu können, was und was nicht unter der Vinaya als zulässig ist, sowie was und was nicht als Dhamma-Vinaya, in Vorhinein, zählt.

Zur Unterstützung des ersten Extremes, ist es möglich die Ursprungsgeschichte zu NP 15 anzuführen, welche den Buddha sagend zitiert: „Was nicht (als eine Regel) formuliert wurde, sollte nicht formuliert werden und was formuliert wurde, sollte nicht aufgehoben werden, doch sollte man im Einklang und Abstimmung mit der Regel, die formuliert wurde, verweilen.“

Von dieser Aussage aus, ist es möglich zu argumentieren, daß der Kommentar gänzlich keinerlei autoritäre Legislative hat. Einer der gegensätzlichsten Ansichtsweisen, und dies passt ebenfalls zu den Sub-Kommentaren, ist eine Neigung nicht nur Abschnitte des Kanons zu erklären, sondern auch aus diesen zu extrapolieren, Verbote und Zulassungen in Bereichen zuzuweisen, die der Kanon nicht abdeckt. Dies wurde so erscheinen, als wurde es im Konflikt mit der oberen Bemerkung sein. Wie auch immer, müssen wir uns erinnern, daß die vom Buddha formulierten Regeln nicht nur Verbote, sondern auch Zulassungen beinhalten. So Dhamma-Vinaya in viele Nationen ausgebreitet wurde, mit neuen Kulturen in Kontakt kommt und lange Zeit überdauert hat, neuen Technologien gegenüber steht, ist die Frage oft aufgetaucht: „Ist all das, was nicht erlaubt wurde, verboten? Jegliche Position zum Extrem übernommen, würde zu großen Problemen in der Ausübung führen. Zu sagen, daß alles was nicht erlaubt ist, ist verboten, würde Bhikkhus davon abhalten viele harmlose Dienlichkeiten zu nutzen. Zu sagen, daß alles, was nicht verboten ist, sei erlaubt, würde unzählbaren Trübungen freien Lauf gewähren.

Der Buddha hatte, wie auch immer, genug Vorahnung um zu sehen, daß über die vielen Jahrhunderte, neue Situationen aufkommen würden, die zu seiner Lebzeit nicht existiert haben und, daß da ein Bedarf sein würde, die Prinzipien der Vinaya zu erweitern, um diese Situationen ebenfalls abzudecken. So berichtet Mv.VI.40.1, daß er folgende vier Anleitungen für die Beurteilung, die Großen Standards (nicht zu verwechseln mit den Großen Standards, die in DN 16 gegeben wurden und oben angeführt sind), für das Beurteilen von Fällen, nicht in den Regeln bemerkt sind, einrichtete:

„Bhikkhus, was immer ich nicht beanstandet habe, sagend: 'Dies ist nicht zulässig'; wenn es mit jenem zusammen paßt, was nicht zulässig ist, wenn es gegen (lit. „preempst“) das, was zulässig ist, geht, das ist nicht zulässig für Euch.

„Was immer ich nicht beanstandet habe, sagend: 'Dies ist nicht zulässig'; wenn es mit jenem zusammen paßt, was zulässig ist, wenn es gegen das, was nicht zulässig ist, geht, das ist zulässig für Euch.

„Und was immer ich nicht erlaubt habe, sagend: 'Die ist zulässig'; wenn es mit jenem zusammen paßt, was nicht zulässig ist, wenn es gegen das, was zulässig ist, geht, das ist nicht zulässig für Euch.

„Und was immer ich nicht erlaubt habe, sagen: 'Die ist zulässig'; wenn es mit jenem zusammen paßt, was erlaubt ist, wenn es gegen das, was nicht zulässig ist, geht, das ist zulässig für Euch. — Mv.VI.40.1

So ist es einfach zu erkennen, daß der Kommentar und die Sub-Kommentare, mit Extrapolationen aus den Regeln im Kanon, um neuen Verbote und Zulassungen zuzustimmen, einfach deren Recht vorführen, daß zu diesen Großen Standards paßt. Die Frage der Gewichtung dieser Kommentare, ist dann nicht, ob diese das Recht haben, vom Kanon zu extrapolieren, um neue Verbote und Zulassungen zu formulieren, sondern ob diese den Standards, in einer weisen und passenden Art, gerecht werden. Wir selbst werden zu diesen Standards in Verlauf des Buches Zuflucht nehmen, beiderseits: um die Beurteilungen der Kommentare zu gewichten und um festzustellen, wie diese Prinzipien der Vinaya zu neuen Situationen der Gegenwart passen.

Jedoch argumentiert das zweite Extrem, daß wir gänzlich keinerlei Recht haben, ein Urteil über die Authorität des Kommentars zu führen. Diese Stellung läuft, wie auch immer, gegen das Prinzip der Stimmigkeit, offen gelegt in den Großen Standards und hier angeführt in DN 16 (und oben behandelt), für eine Beurteilung, was und was nicht das Wort Buddhas ist. So wie die verschiedenen Texte im Kanon, im Bezug auf ihre Stimmigkeit, gegenüber dem was bereits vom Kanon bekannt ist, geprüft werden sollen, sollten auch die Erklärungen, gegeben von späteren Lehrern, im Bezug auf ihre Stimmigkeit, gegenüber dem bekannten Kanon beurteilt werden.

Dieser Punkt wird von drei wichtigen Abschnitten in den Texten getragen. Einer ist eine Schilderung des Zweiten Konzils, während dessen die Bhikkhus von Vesālī die zehn Ausübungen auf der Basis, was sie von deren Lehrern gelernt hatten, verteidigten. Die Älteren, die den Fall beurteilten, bestanden jedoch auf die Praxis in Begriffen, ob diese sich an den Kanon halten, oder nicht, zu beurteilen. Der primäre Punkt der Kontroverse, die Frage darüber, wessen Authorität großer sein, die es Kanons oder die des Lehrers, war der sechste Punkt:

„'Die Ausübung von dem was Gewohnheit ist, ist diese zulässig?'

„'Was ist die Ausübung, die Gewohnheit ist, mein Freund?'

„'(Denken) üben, dies ist die Art, wie mein Einweiser gewöhnlich übt; dies ist die Art, wie mein Lehrer gewöhnlich übt, ist dies zulässig?'

„'Die Ausübung von dem was Gewohnheit ist, ist manchmal zulässig, manchmal nicht.'“ — Cv.XII.2.8

Was dieses bedeutet ist, so die Älteren mit ihrem Verhalten in der Versammlung zeigen, daß eines Lehrers und Einweisers Ausübung nur dann gefolgt werden soll, wenn sie im Einklang mit dem Kanon ist.

Die zweite Passage ist die Diskussion über die Großen Standards in dem Kommentar zu DN 16, welche zu dem Schluß kommt, daß die Kommentare nur dann anzunehmen sind, wenn sie in Übereinstimmung mit dem Kanon sind. Offenkundig nahmen die Lehrer, welche die althergebrachten Kommentare zusammenstellten, einen anspruchsloseren Blick auf deren Authorität, als die Älteren des Mahāvihāra, zu der Zeit Buddhaghosas, und gaben nicht vor, den Kanon als letztliches Wort, über was und was nicht das wahre Dhamma und Vinaya ist, zu ersetzen.

Der dritte Abschnitt, eine Diskussion zu Pr 1im Kommentar, arbeitet diesen Punkt damit heraus, vier Ebenen der Vinaya, in absteigender Reihenfolge der Authorität, anzuführen: die Ebene, die im Kanon gefunden werden kann, die Ebene, gegründet auf die vier Standards, gegeben in Mv.VI.40.1, die Ebene, die in den Kommentaren zu finden ist und die Ebene gegründet auf der jeweiligen eigenen Meinung. Jeder Widerspruch innerhalb dieser Quellen, bemerkt der Abschnitt, sollte damit geschlichtet werden, indem man sich der Meinung der höheren Authorität anschließen soll. So setzt sich der Kommentar zur Vinaya selbst nur an die dritte Stelle der Authorität, ergänzend, daß nicht alles des Kommentars selbst dieser Ebene entspricht. Die Meinungen der Vinaya-Fachleute, nach der ersten Generation von Kommentatoren, auch wenn diese in den Kommentaren enthalten sind, zählen als persönliche Meinungen. Zum gegenwärtigen Zeitpunkt ist da kein Weg um sicher zu wissen, welche der Meinungen der Erstgeneration sind und welche nicht, jedoch würden die Meinungen von Sri Lankas Vinaya-Experten, die im Kommentar genannt sind sicherlich in die letztere Kategorie fallen.

Manche mögen zum Thema machen, daß eine Beurteilung des Kommentars eine Abwesenheit von Respekt gegenüber der Tradition ist, doch ist es eigentlich aus Gründen des Respekts der Zusammensteller des Vibhaṅga, daß ich folgenden Annahmen im Prüfen der Kommentare gegen das Vibhaṅga nachgehe:

1) Die Zusammensteller des Vibhaṅga waren intelligent genug, übereinstimmend innerhalb der Diskussion zu jeder Regel zu sein. Jede Erklärung basierend auf den Rückschluß, daß diese nicht stimmig waren, sollte Anlaß zu einer Diskussion geben, die zeigt, das sie es waren.

2) Die Zusammensteller waren ausreichend vertraut mit den Berührungspunkten, die jede Regel umgeben, sodaß sie wußten welcher Faktor, für eine Entscheidung, was und was kein Vergehen ist, wesentlich sei und welcher nicht. Jede Erklärung, die Faktoren von diesen, erwähnt im Vibhaṅga, ergänzen oder mindern, sollte zu einer leiten, die der Untersuchung des Vibhaṅga folgt. Auch sollte jedes Vorgehen, die Großen Standards für die Erklärung einer Regel zu nehmen, und dies zum Überschreiben der Erklärungen, gegeben für andere Regeln, zu verwenden, insofern abgelehnt werden, da die Großen Standards einzig für Fälle sind, in denen bisher nichts eindeutig verboten, oder erlaubt wurde. *

3) Die Zusammensteller, im Aufzeigen des Vorausgehenden im Vinita-vatthu, die Fälle die Buddha gegen eine bestehende Regel prüften, waren vorsichtig genug, alle wichtigen Faktoren, getragen durch die Beurteilung, mit einzuschließen. Jede Erklärung, die es erfordert, daß Vorausgehende zu überschreiben, extra Details hinzufügend, unerheblich im Bezug auf das Vibhaṅga, um für die Beurteilung zu zählen, sollte Anlaß für eine Erklärung geben, die Sinn im Bezug auf das Vorausgehende, so wie dieses berichtet wurde, macht und in Begriffen der Untersuchung, sonst wo im Vibhaṅga vorhanden ist.

Es ist nicht so, daß es mir Freude bereitet, mit dem Kommentar zu streiten. Tatsächlich, wo auch immer möglich, war ich erfreut ihm den Nutzen des Zweifels zu geben und im Bezug auf viele Punkte bin ich sehr in seiner Schuld. Dennoch, so Buddhismus nun in den Westen kommt, denke ich, daß es Zeit ist anzuhalten und eine Bestandsaufnahme der Kommentar-Tradition zu machen und die spätere Tradition gegen die frühesten Quellen zu prüfen. Dies ist speziell für die Art des Denkens und Lebens wichtig, die von Anbeginn mit Begründung und Untersuchung beeinflusst war, anstelle blind eine Authorität zu akzeptieren. So vorgehen, folge ich einfach dem Muster, das sich durch die Geschichte der Theravādin-Tradition gebildet hat: jenes des Zurückkehrens zu originalen Prinzipien, wenn immer die Religion einen historischen Wendepunkt erreichte. *

Da ist natürlich die Gefahr, zu unabhängig in der Auslegung der Tradition zu sein, so stark gehaltene Ansichten, zu einer Disharmonie in der Gemeinschaft führen können. Im Abgleichen des Kommentars gegenüber dem Kanon, möchte ich daher nicht einschließen, das meine Schlußfolgerungen, die einzig möglichen sind. Wichtige Punkte mögen meiner Aufmerksamkeit entglitten sein oder meinem Halt entronnen. Aus diesem Grund habe ich versucht, selbst zu Gelegenheiten, wo ich denke, daß die Kommentare keine Beurteilung über das Vibhaṅga führen, ein vertrauensvolles Maß auf die wichtigen Punkte aus dem Kommentar zu geben, sodaß jene die es wünschen, diesen als ihren Führer zu nehmen, dieses Buch immer noch als Anleitung verwenden können. Wenn da irgend welche Punkte sind, wo ich falsch liege, wurde ich sehr erfreut sein, wenn wissensreiche Leute mich korrigieren würden.

Gleichzeitig hoffe ich, daß dieses Buch aufzeigen wird, daß da viele Bereiche sind, in denen das Vibhaṅga sehr unklar ist und sich selbst zu einer Auswahl von richtigen Auslegungen verborgt. Um dies zu prüfen, benötigen wir nur zu betrachten, wie viele verschiedene Traditionen sich in den unterschiedlichen Theravādin-Länden, und selbst innerhalb von jedem Land, entwickelt haben. Aus irgend einem Grund können Leute, die sehr tolerant im Bezug auf verschiedene Auslegungen des Dhammas sind, sehr intolerant gegenüber unterschiedlicher Auslegungen der Vinaya sein. In eine hitzige Auseinandersetzung, über geringfügige Angelegenheiten, zu kommen, hat sehr wenig mit dem Üben des Geistes zu tun.

Durch das gesamte Buch habe ich versucht den Punkt zu unterstreichen, daß jede Auslegung, basierend auf einen intakten Text des Kanons, respektiert werden soll und jeder Bhikkhu der Auslegung der Gemeinschaft, in der er lebt, folgen soll, so lange diese nicht mit dem Kanon im Konflikt stehen, um so Konflikte über geringfügige Angelegenheiten im täglichen Leben, zu vermeiden. Auch sollte er Respekt gegenüber den sich unterscheidenden Auslegungen andere Gemeinschaften haben, wenn diese nicht im Konflikt mit dem Kanon stehen und damit vermeiden, in die Fallgrube des Stolzes und der Engstirnigkeit zu fallen.

Dies ist dann speziell wahr, wenn Klöster verschiedener Nationalitäten, in naher Nachbarschaft zu einander, im Westen, Wurzeln schlagen. In der Vergangenheit konnten Thailänder, Burmesen und Singhalesen auf andere Traditionen hinunter blicken, ohne gleich eine Reiberei zu verursachen, da sie in unterschiedlichen Ländern lebten und unterschiedliche Sprache sprachen. Nun, jedoch, sind wir Nachbarn geworden und haben begonnen einheitliche Sprachen zu sprechen und so müssen wir besonders vorsichtig sein, nicht die geringste Zeit, die wir in dem entsagenden Leben haben, an geringfügigen Meinungsverschiedenheiten zu verschwenden.

Mein Ziel war es, in diesem Buch durchwegs anwendungsbezogen zu sein. Ich habe es vermieden Themen, die sich mit der Echtheit und Glaubwürdigkeit von Traditionen beschäftigen, zu behandeln und Anstelle einfach versucht zu berichten und zu erklären, was die Tradition zu sagen hat. Sicherlich mußte ich Auswahlen treffen. Was immer die unbewußten Faktoren, die meine Wahl des Material beeinfußt haben, gewesen sein mögen, ist die bewußte Auswahl, die das Buch formt, zusammengefasst folgende:

Wir behandeln vorrangig Regeln, doch Regeln sind nicht die einzige Art um eine Norm des Verhaltens auszudrücken und die Texte die wir begutachten, drücken deren Normen in verschiedener Form aus: als Regel, Prinzipien, Modelle und Tugenden. Die unterschiedlichen Formen sind besten geeignet für unterschiedliche Zwecke. Prinzipien, Modelle und Tugenden werden als persönlich verstanden, innerliche Standards, und neigen zu loser Beschreibung. Deren Auslegung und Anpassung ist der Beurteilung des Einzelnen überlassen. Regeln sind dazu gedacht, vermehrt äußerlichen Standards zu dienen. Um zu funktionieren, müssen diese genauestens in einer Art, die für die Gemeinschaft im Großen annehmbar ist, beschrieben sein. Die Zusammensteller des Kanons, diesen Bedarf erkennend, versorgten für die meisten Begriffe in den Regeln mit Beschreibungen und die Autoren der Kommentare setzten diese Aufgabe fort, und führten es mit noch größerer Gründlichkeit aus. So ist viel dieses Buches, im Berichten über diese Texte, mit der Beschreibung von Begriffen befaßt.

Der Bedarf an Genauigkeit, jedoch, zählt als Schwäche einer Regel, als universale Führer des Verhaltens, generell. Zuerst ist da die Frage, wo die Linie zu ziehen ist, was und was keine Übertretung einer Regel ist. Ein klarer Ausbruchspunkt ist erforderlich, denn Regeln, ungleich Prinzipien, handeln in zwei Farben: Schwarz und Weiß. In manchen Fällen ist es schwierig einen klaren Ausbruchspunkt zu finden, der exakt mit dem eigenen Sinn von Richtig und Falsch, zusammen paßt und so ist es notwendig die Grauzonen entweder im Weißen oder Schwarzen zu einzubetten. Im Gesamten, aber nicht immer, ist die Stellung des Vibhaṅgas, das Graue dem Weißen hinzuzufügen und sich auf das Prinzip des Dhammas zu stützen, den einzelnen Bhikkhu zu ermutigen vom Grauen fern zu bleiben.

Nehme man, zum Beispiel, die Regel gegen Masturbation. Das Vibhaṅga beschränkt diese Regel auf das Verbot jener Formen der Masturbation, die zu einer Ejakulation führen, den wenn sie die Linie sonst wo gezogen hätten, wäre es zu einem Vergehen geworden, wenn ein Bhikkhu sich einfach kratzt. So ist eine Selbststimmulation, die nicht in einer Ejakulation endet, kein Vergehen, so es dennoch in vielen Fällen klar gegen den Geist des Dhammas ist. Das Vinaya-Mukha bemerkt, missbilligend, eine Anzahl von älteren Vinaya-Führern, die in diesen Bereichen des Graus verweilen wollen und erfreut daran zu sein scheinen, Wege zu finden, Vergehen zu vermeiden, in dem man um die Worte der Regeln herum arbeitet. In diesem Buch nehme ich eine andere Fährte auf: Unter jenen Regeln, die große Bereiche des Graus mit dem Weißen enthalten, habe ich ein paar relevante Prinzipien aus dem Dhamma angemerkt, um die eine weise Politik, im Bezug auf die Grauzonen zu verdeutlichen und dies nicht um Regeln neu zu formulieren, sondern als Erinnerung, daß, wie oben bemerkt, die Vinaya ohne Dhamma kein ausreichender Führer zum Ziel ist.

Zweitens ist da der Nachteil, daß ein großer Körper an Regeln zwei Taktiken der Auslegung verlangt, welche sich in Einzelfällen ausschließlich wechselseitig prüfen. Zum Einen ist da der Bedarf eines logischen Zusammenhalts für das Anwenden von grundlegenden Prinzipien über alle Regeln, so als ob man dem System eine Authorität über das Ganze verleiht und es zur selben Zeit leicht verständlich und merkbar zu machen. Zum Anderen, ist da der Bedarf eine nachvollziehbare Gewichtung, für die einzelne Zusammenstellung von Faktoren, die jede einzelne Regel umgeben, zu geben. Diese Aufwartung geht das Risiko ein, den gesunden Verstand und den menschlichen Zusammenhang der Regeln, zu opfern. Das zweite Risiko ist das Aufkommen von Ungereimtheiten und Willkür. Auch wenn die Zusammensteller des Vibhaṅga stimmig innerhalb der Diskussionen zu jeder Regel sind, nehmen sie jede Regel an der Fall-zu Fall-Grundlage und kommen nicht immer zum selben Schluß, wenn man Regeln untersucht, die an der Oberfläche betrachtet, so aussehen als würden sie die selbe Behandlung verdienen. Mit anderen Worten: Wenn der Anspruch auf Annehmbarkeit, mit dem Anspruch der logischen Stimmigkeit, im engeren Sinne der Worte, im Konflikt steht, liegt deren Stimmigkeit im steten Wählen der nachvollziehbaren Aufwartung. Unter den gewichtigen Regel versorgen sie im Vinita-Vatthu mit genügend Beispielen, um den Fall, für deren deutende Strategie, zu polstern. Innerhalb der geringfügigen Regel, überließen sie es dem Leser sich selbst eine eigene Strategie zusammen zu denken. Diese Aufwartung lastet schwere Anforderungen über jeden Bhikkhu, da ein begründetes System schwerer merkbar ist, als ein eingeengtes logisches, aber auf lange Sicht hilft es der Reife und Feinfühligkeit des Bhikkhus, der gewillt ist, vom Vibhaṅga zu lernen und der Lebbarkeit der Vinaya im Ganzen.

Der dritte Nachteil, der aus dem Bedarf von Genauigkeit in den Regeln kommt ist, daß, je genauer ein Regel beschrieben ist, um zu einer bestimmten Zeit und Ort zu passen, desto weniger paßt sie zu anderer Zeit und Ort. Die Zusammensteller des Kanons hatten, um dieser Schwäche entgegen zu wirken, deshalb die Ursprungsgeschichten und Fallbeispiele gegeben, um die Art der Begebenheit, von der eine Regel abhalten sollte, zu zeigen und um mit Prinzipien und Modellen zu versorgen, die den Geist der Regel sichtbar machen und um, für die Verwendung in verschiedenen Zusammenhängen, für Hilfe zu sorgen. Um diese hinzugefügte Größe zu teilen, habe ich, im Schreiben des Buches, oft Bezüge zu diesen Geschichten gemacht.

Wie auch immer, fand ich es wichtig, die Ursprungsgeschichten nicht zu einem Prinzipienanleiter, für das Auslegen der Regeln zu machen, denn in vielen Fällen ist die Breite der Begebenheiten, welche diese abdecken, begrenzt, wohingegen die Breite der Regeln, die sie bekannt machen, viel weitläufiger ist. Die erste Regel zum Beispiel, wurde formuliert, als ein Bhikkhu Geschlechtsverkehr mit seiner ehemaligen Ehefrau hatte und wurde verbessert, als ein anderer Bhikkhu Geschlechtsverkehr mit einem Affen hatte. Doch ist die Regel nicht auf Fälle begrenzt, in denen Affen und ehemalige Ehefrauen, die Sexpartner eines Bhikkhus, sind. Zu manchen Gelegenheiten, so wie in der Ursprungsgeschichte, die sich mit der Einrichtung der Einladungszeremonie beschäftigt, ist die Angelegenheit, die zur Formulierung führte, nur streifend mit der Regel verbunden. In anderen Fällen, wie etwas die Ursprungsgeschichte zur Einrichtung der Kaṭhina-Zeremonie, berichtet die Geschichte von keinerlei Fehlhandlung der Teilnehmenden. Dieses zeigt an, daß der Buddha, in manchen Fällen, eine bestimmte Regel im Geist hatte und einfach auf den leisesten Vorboten wartete, um diese zu formulieren. So können die Ursprungsgeschichten meist dabei helfen, die Leerstellen, im erklärenden Material, zu finden. Ihnen kann niemals, als Anleiter, zum Überschreiben der ausdrücklichen Informationen, die das Material hergibt, vertraut werden. *

Allerdings geben die Geschichten nicht immer ein anregendes Leseerlebnis. Zum Beispiel lesen wir Anstelle von einem Bhikkhu, der ein Mahl im Hause eines Spenders annimmt und dann den Spender mit einer Lehrrede über das Dhamma hebt, vom Ehrwürdigen Udāyin, der ein Mahl in der Verweilstätte einer Bhikkhunī annimmt, die seine frühere Ehefrau war, und die beiden dort sitzend, sich gegenseitig die Genitalien einsehen lassen. Dennoch erinnert uns die Geschichte, daß sie wie die anregenden Erzählungen, die wir in den Lehrreden lesen, in einer sehr wirklichen menschlichen Welt statt fanden, und sie offenbaren auch die Einsicht und unaufdringlichen Scharfsinn jener, die die Regeln gerahmt und kommentiert haben. Das Element des Scharfsinns hier ist besonders wichtig, den ohne dessen, ist kein wahres Verständnis der menschlichen Natur und kein intellegentes System des Verhaltens möglich.

Letztlich habe ich, mit dem Zusammenstellen des Buches, versucht, was auch immer für den Bhikkhu, der darauf abzielt, die Qualitäten der Disziplin zu nähren, als würdig zu wissen erscheint, inkludiert, um so dabei zu helfen, seinen Geist zu üben und in Frieden mit seinen kameradschaftlichen Bhikkhus zu leben, wie auch für jedermann, der es wünscht den Bhikkhus auf dem Weg zu ihrem Ziel zu unterstützen und sie hierfür ermuntern möchte.

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de/lib/authors/thanissaro/bmc1/bmc1.intro.txt · Zuletzt geändert: 2019/09/03 09:41 von Johann