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 +====== Die Macht des Urteilens ======
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 +<​docinfo_head>​
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 +Title:
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 +Summary:
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 +<div #​h_docauthor>​Ehrw. Thanissaro Bhikkhu</​div>​
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 +<div #​h_docauthortransinfo>​Übersetzung ins Deutsche von: ([[./​../​../​../​../​cowork|Info]] {{de:​img:​question_16.gif?​12|Sie sind herzlich eingeladen, Ihre Übersetzung hier beizutragen oder bei den Arbeiten hier zu helfen.}})</​div>​
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 +<div #​h_docauthortrans>​Samana Johann</​div>​
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 +<div #​h_docauthortransalt>​Alternative Übersetzung:​ [[|noch keine vorhanden]]</​div>​
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 +<div #​h_copyright>​[[#​F_termsOfUse|[[de:​dhamma-dana|{{de:​img:​d2.png?​8}}]] 2018]]</​div>​
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 +<div #​h_altformat>​Alternative Formate: [[headandhearttogether.pdf|{{de:​img:​pdf_24x18.gif?​16|Laden Sie das gesamte Buch als Pdf herunter (92p./​1MB)}}]]</​div>​
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 +<div #​homagetext>​[[de:​homage|- ​ Namo tassa bhagavato arahato sammā-sambuddhassa ​ -]]</​div>​
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 +</​div>​
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 +<span #​h_content></​span>​
 +
 +<div chapter>
 +
 +Als Buddha Ānanda erklärte, daß die Ganzheit der Praxis darin liegt, einen vortrefflichen Freund zu haben, drückte er damit nicht etwas warmes beruhigendes über Mitgefühl anderer aus. Er zeichnete drei unangenehme Wahrheiten – über Unwissenheit und Vertrauen – heraus, die nach einer klaren Urteilskraft rufen.
 +
 +Die erste Wahrheit ist, daß //Sie sich nicht wirklich selber vertrauen können, wenn es darum geht Ihre eigene Unwissenheit zu durchschauen//​. Wenn Sie verwirrt sind, //wissen// Sie nicht, daß Sie verwirrt sind. Sie benötigen einen vertrauensvollen Außenstehenden,​ der Ihnen hilft dieses aufzuzeigen. Aus diesem Grund gab Buddha den Kālāmas, als er ihnen erklärte alles für sich selbst zu verstehen, neben anderen den Rat darauf zu achten, wie weise Leute über ihr Verhalten urteilen würden. Als er seinen Sohn Rāhula unterrichtete,​ seine eigenen Taten so zu untersuchen als ob er in sein eigenes Spiegelbild blicken würde, sagte er zu Rāhula: wenn er eine Tat erkennen sollte, die Verletzung verursacht hat, solle er darüber mit einem gutunterrichteten Weggefährten sprechen. In dieser Weise würde er lernen offen gegenüber anderen zu werden, und sich selbst gegenüber anderen, bezüglich seiner Fehler, zu öffnen und damit im selben Moment am Wissen, das sein Freund erlangt hat, teilhaben. Er brauche nicht damit fortsetzen das Rad des Dharmas für sich selbst wiederzuerfinden.
 +
 +Wenn Sie also wirklich geschickt in Ihren Gedanken, Ihrer Sprache und Ihren Taten werden möchten, benötigst Sie einen vertrauensvollen Freund oder Lehrer, der auf Ihre blinden Flecken deutet. Und da diese Flecken an dunkelsten um Ihre ungeschickten Angewohnheiten sind, ist die primäre Aufgabe eines vertrauensvollen Freundes, dies Fehler aufzuzeigen:​ nur wenn Sie Ihre Fehler sehen, kannst Sie sie korrigieren und nur wenn Sie diese korrigieren,​ profitierst Sie von dem Mitgefühl des Aufzeigens dieser, durch Ihren Freund.
 +
 +<​blockquote>​
 +<div freeverse>​![Betrachtet ihn als jemanden, der
 + Schätze
 + aufzeigt,
 +den Weisen, der,
 +wenn er Eure Fehler sieht,
 + Euch zurechtweist.
 +Bleibt bei solchen Weisen.
 +Für jemanden,
 +der bei einem solchen Weisen bleibt,
 + wird alles besser,
 + nicht schlechter.
 +
 +Laßt ihn Euch ermahnen, belehren,
 + wegführen
 +von schlechten Umgangsformen.
 +Er ermuntert zum Guten,
 +nicht zum Schlechten.
 +]! <​cite>​[[./​../​../​../​../​tipitaka/​kn/​dhp/​dhp.06.than#​dhp-76|Dhp 76]]</​cite>​
 +</​div>​
 +
 +</​blockquote>​
 +
 +In dem er Urteile über unsere Fehler gibt, ist ein vortrefflicher Freund wie ein Abrichter. Als einst ein Pferdeabrichter den Buddha besuchte, fragte ihn der Buddha, wie er seine Pferde abrichtet. Der Abrichter sagte, daß manche Pferde auf behutsames Training reagieren, andere auf herbes Training, wieder andere benötigen beides, behutsames und herbes Training, aber wenn ein Pferd auf keines dieser Arten von Abrichten anspricht, tötet er das Pferd, um das Ansehen seiner Lehrerlinie zu erhalten. Dann fragte der Abrichter den Buddha, wie er seine Schüler trainiert und der Buddha antwortete: “In selber Weise.” Manche Schüler reagieren auf behutsame Kritik, andere auf herbe Kritik, wieder andere aus einem Gemisch von beiden, aber wenn ein Schüler auf keine Art der Kritik reagiert, dann tötet er den Schüler. Dies schockierte den Pferdeabrichter,​ doch der Buddha erklärte ihm was mit '​töten'​ gemeint sei: Er würde diesen Schüler nicht weiter ausbilden, welches essentiell die Möglichkeit des Schülers, in seiner Praxis zu wachsen, töten würde.
 +
 +Daher ist die erste Voraussetzung um einen vortrefflichen Freund zu erhalten, gewillt zu sein Kritik, ob nun behutsam oder herb, anzunehmen. Das ist der Grund warum der Buddha seinen Schüler erklärte, nicht für Geld zu lehren, da eine Person die zahlt, bestimmte was gelehrt wird, und Leute selten für Kritik, die sie zu hören benötigen, bezahlen würden. Aber selbst wenn ein Lehrer frei lehrt, läuft dies auf die zweite unangenehme Wahrheit des Buddhas hinaus: //Sie können Ihr Herz nicht gegenüber jedermann öffnen//. Unsere Kraft des Urteilens hat wirklich Macht, und da diese Kraft langfristige Hilfe oder Schaden verursachen kann, sollten Sie acht, in der Wahl Ihrer Freunde, geben. Treten Sie nicht in die gewöhnliche Falle des Beurteilens oder Nicht-Beurteilens,​ Beurteilen, indem Sie Ihrer Kniescheibenreflexliebhaberei oder Ablehnung trauen, Nicht-Beurteilen,​ in dem Sie jedem Dharmalehrer,​ als einen gleichwertigen nutzvollen Anführer, vertrauen. Stattdessen wählen Sie die Person, dessen Urteilsvermögen Sie als das Ihre annehmen, vernünftig.
 +
 +Diese klingt sicherlich wie eine paradoxe Situation. Sie benötigen einen guten Lehrer, um Ihr Urteilsvermögen zu entwickeln, aber auch gut entwickeltes Urteilsvermögen,​ um herauszufinden wer nun ein guter Lehrer sein möge. Auch wenn hier kein narrensicherer Weg aus der Situation führt, kann man, gesamt betrachtet, ja auch einen narrensicheren Weg meistern und dennoch ein Narr bleiben, //ist// hier ein Weg, wenn Sie gewillt sind von Ihren Erfahrungen lernen zu wollen. Und glücklicher Weise erklärte der Buddha, wie man die Macht des Urteilens entwickelt, sodaß man weiß worauf man achten muß. Tatsächlich sind diese Empfehlungen,​ wie man seine vortrefflichen Freunde auswählen soll, vorbereitende Übungen für Einsicht: ein Lernen, wie man urteilsfähige Entscheidungskraft entwickelt, sodaß Sie auch selbst zu einem vorzüglichen Freund werden können, zuerst gegenüber sich selbst und dann für Leute um Sie herum.
 +
 +Der erste Schritt zum Urteilsvermögen ist Verständnis darüber, was es bedeutet in einer hilfreichen Weise zu urteilen. Denken Sie nicht an die Justitia des Hohen Gerichts, die auf ihrer Richterbank sitzt, und die letzten Bescheide über schuldig oder unschuldig abgibt, denken Sie stattdessen an eine Klavierlehrerin,​ der Ihnen zuhört wie Sie spielen. Sie stellt Ihnen kein letztes Urteil, über Ihr Vermögen als Pianist, aus. Satt dessen beurteilt sie stets Ihre Arbeit im Verlauf: sie lauscht der Absicht Ihrer Darbietung, sie lauscht der Umsetzung dieser Absicht und entscheidet dann ob es funktioniert. Wenn nicht, muß sie herausfinden,​ ob das Problem in der Absicht oder der Umsetzung liegt, macht dann hilfreiche Vorschläge und läßt Sie nochmals versuchen. Ein wichtiges Prinzip ist, daß sie ihr Urteil niemals gegen Sie, als eine Person, richtet. Stattdessen bleibt sie zielgerichtet an Ihren Taten, und nach besseren Weg suchend, um diese in immer höhere und höhere Standards zu heben.
 +
 +Zur selben Zeit lernen Sie, Ihr eigenes Spielen, selbst zu beurteilen: umsichtiger und mehr über Ihre Absicht nachzudenken,​ auf Ihre Umsetzung genauer zu hören, höhere Standards, was passend ist, zu entwickeln, und lernen außerhalb einer Box zu denken, um Wege des Verbesserns zu finden. Das wichtigste an allem ist, daß Sie lernen Ihren Fokus auf das Beurteilen Ihrer Darbietungen zu richten, und nicht auf //Sie// selbst. In dieser Weise, wenn da wenig ist, daß Sie in //Ihre// Gewohnheiten investiert hatten, sind Sie mehr gewillt festzustellen was ungeschickte Gewohnheiten sind und geben diese für geschicktere auf.
 +
 +Mit Sicherheit ist es Teil eines langen Prozesses des Beurteilens wie gut eine Beziehung funktioniert,​ wenn Sie und Ihr Lehrer über Ihre Besserungen,​ an bestimmten Stellen, urteilen. Sie muß nach einiger Zeit beurteilen, ob Sie von ihrer Begleitung profitieren,​ so wie Sie dieses auch beurteilen müssen. Aber hier nochmal, keiner von beiden urteilt hier über den Wert der anderen Person. Sie entscheidet schlicht auf Grund Ihres Fortschritts,​ ob es Sinn macht Sie weiter als Schüler zu betreuen. Sie beurteilt es in dem Umfang, in welchen ihre Empfehlungen tatsächlich helfen Ihre Darbietungen effektiver zu gestalten. Wenn einer von Ihnen beiden entscheidet die Beziehung zu unterbrechen,​ sollte dies nicht aus der Begründung,​ daß sie ein schlechter Lehrer ist, oder du Sie ein schlechter Schüler seien, passieren, sondern einfach weil sie nicht der Lehrer für Sie ist, oder Sie nicht der Schüler für sie.
 +
 +In gleicher Weise erinnern Sie sich, wenn Sie einen potenziellen Dharma Lehrer abschätzt, daß es kein letztliches Urteil im Buddhismus gibt. Sie möchten jemanden, der Ihre Taten, als einen 'im Prozess befindlichen Ablauf',​ abschätzt und Sie müssen die selbe Standards für sie oder ihn anwenden. Und Sie versuchen nicht die Supermannrolle,​ im Abschätzen der zentralen Werte dieser Person, einzunehmen. Sie urteilen einfach ob seine oder ihre Taten jene Arten von Fertigkeiten verkörpern,​ die Sie entwickeln möchten. Und Sie werten auch die mentalen Fähigkeiten,​ welche auch eine Art von Taten sind, sodaß Sie in den Trainer, oder Lehrer, wirklich vertrauen können. Alles in Allem führt der einzige Weg eine Person kennen zu lernen, über dessen Taten, und Kenntnis darüber ist somit auch die Grenze Ihres Urteilsvermögens.
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 +Da wir stets urteilen, ob wir nun die Standards einer Person verinnerlichen wollen oder nicht, ist es nicht unfair, wenn wir gleichzeitig Urteile über ihr Tun fällen. Es ist zu unserem eigenen Schutz. Und es ist zum Zweck unseres Schutzes, den wir wie von dem Buddha empfohlen, in den zwei Qualitäten eines Lehrers, suchen sollten: Weisheit und Rechtschaffenheit. Um diese Qualitäten abzuschätzen,​ bedarf es auch Zeit und Feingefühl. Deshalb empfahl der Buddha auch gewillt zu sein, eine gute Zeit mit einer Person zu verbringen, und zu versuchen gründlich zu beobachten, wie sich diese Person verhält.
 +
 +Einst als König Pasenadi den Buddha besuchte, kam eine Gruppe nackter Asketen an ihnen vorbei. Der König ging zu ihnen hinüber, kniete sich nieder und bot ihnen seine Ehrerbietung dar. Dann kehrte er zurück zu dem Buddha und fragte ihn: “Sind diese Asketen die Ehrdarbietung wert?” Buddha antwortete, daß man diese Frage, in gerechter Weise, nur dann beantworten könne, wenn man einige Zeit mit ihnen verbracht, und sie wirklich beobachtet hat. Der König lobte die Umsichtigkeit des Buddhas und erläuterte weiter: “Diese Männer sind in Wahrheit meine Spione. Sie kommen gerade zurück vom Auskundschaften des Feindes und bald, nach einem Bad und sich bekleidet habend, werden sie ihr Leben genießen und zu ihren Frauen zurückkehren.” Sie können Leute also nicht aufgrund Ihres ersten Eindruckes beurteilen. Die Erscheinung von Weisheit ist leicht eine gefälschte. In der Vergangenheit waren Menschen leicht von extremer Enthaltsamkeit beeindruckt;​ heute zeigen Werbungen für Dharmabücher und Retreats, daß wir von anderen Oberflächlichkeiten angezogen werden, jedoch ist das Prinzip dahinter immer noch gleich.
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 +Um wie immer Zeit und unnötigen Schmerz zu ersparen, bemerkte Buddha vier frühe Warnzeichen,​ die Anzeichen für dafür sind, daß ein potenzieller Lehrer keine Weisheit oder Rechtschaffenheit besitzt, und Ihr Vertrauen nicht verdienen. Die Warnzeichen für nichttraubare Weisheit sind zweier. Das erste Warnzeichen ist, wenn Leute keine Dankbarkeit für Hilfe, die sie erhalten haben, zeigen, und dies ganz besonders, wenn diese Hilfe von ihren Eltern oder Lehrern kommen. Leute ohne Dankbarkeit wertschätzen Güte nicht, wertschätzen hilfreichen Einsatz nicht, und würden wahrscheinlich selbst nie solch einer Anstrengung nachgehen. Das zweite Warnzeichen ist, daß sie nicht am Prinzip des Karmas festhalten. Sie tendieren entweder dazu, daß wir völlige Willensfreiheit haben, oder sie lehren, Leute können schlechtes Karma der Vergangenheit anderen, bereinigen. Menschen dieser Sorte sind eher unwahrscheinlich dazu geneigt, Anstrengungen in echte Tugendhaftigkeit zu setzten, und aus diesem Grund keine vertrauenswerten Anleiter.
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 +Mangel an Rechtschaffenheit hat auch zwei Warnzeichen. Das erste ist, wenn Leute keine Scheue haben eine wohl durchdachte Lüge zu erzählen. Wie der Buddha einst sagte: “Da ist keine Übel, welches solch eine Person nicht tun würde.” Das zweite Warnzeichen ist, wenn sie Argumente nicht in fairer und ehrlicher Weise vorbringen: ihre Gegenparteien falsch darstellen, sich auf nebensächliche Fehler der anderen Seite stürzen, wertschätzbare Punkte, die von anderen vorgebracht wurden, nicht anerkennen. Leute dieser Sorte, bemerkte der Buddha, als nicht wert auch nur mit ihnen zu reden, und sind daher noch weniger wert als Lehrer zu dienen.
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 +Für Leute, die diese frühen Warnzeichen nicht anzeigen, gab der Buddha Ratschläge,​ wie man deren Weisheit und Rechtschaffenheit in deren Taten, über die Zeit, abschätzen kann. Er wollte das Sie sich fragen, ob Ihres Lehrers Taten Gier, Hass oder Unwissenheit berühren, sodaß diese ihm dazu anhalten könnte vorzutäuschen,​ über Wissen zu verfügen, was er nicht hat, oder anderen Leuten vorzugeben etwas zu tun, das nicht im besten Interesse deren ist. Um Lehrer zu testen, riet der Buddha darauf zu achten, wie ein potenzieller Lehrer auf Fragen, was nun geschickt und was ungeschickt ist, reagiert und wie gut er, oder sie, etwaige Widrigkeit meistert. Um die Rechtschaffenheit zu testen, beobachte die Tugend in den täglichen Aktivitäten,​ und die Reinheit damit, wie der Lehrer mit anderen umgeht. Bringt diese Person Rechtfertigungen für das Brechen von Tugendregeln hervor? Bringt er sie auf die Ebene seines Verhaltens, anstatt sein Verhalten auf die Ebene dieser zu heben? Zieht er unangemessene Vorteile aus anderen Leuten? Wenn das so ist, sollten Sie besser einen anderen Lehrer suchen.
 +
 +Das ist, wie auch immer, der Punkt an dem die dritte unangenehme Wahrheit Buddhas dazu kommt: //Sie können nicht über die Tugend anderer angemessen urteilen, bis Sie nicht selbst etwas davon entwickelt haben//. Das ist wahrscheinlich die unangenehmste Wahrheit von allen, da sie von Ihnen verlangt, Verantwortung für Ihr Urteilen zu übernehmen. Wenn Sie das Potenzial einer guten Führereigenschaft in einer anderen Person testen möchten, müssen Sie selbst ein paar Tests bestehen. Und wieder ist es so, als ob Sie einem Pianisten lauschen. Je besser Sie als Pianist sind, desto besser ist Ihr Vermögen, über das Spielen anderer Personen, zu urteilen.
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 +Glücklicher Weise gab der Buddha auch hier Unterstützung,​ wie man Rechtschaffenheit entwickelt, und es erfordert nicht, daß Sie es von Haus aus sind. Alles was es erfordert ist ein gutes Maß an Ehrlichkeit/​Wahrheitsliebe und Reife: das Erkennen, daß all Ihre Handlungen einen Unterschied in Ihrem Leben machen, sodaß Sie darauf achten, wie Sie agieren; der Wille des Eingestehens von Ihren Fehlern, beiderseits,​ gegenüber sich selbst und gegenüber anderen; und der Wille von Ihren Fehlern zu lernen, sodaß Sie sie nicht wiederholen. So wie Buddha Rāhula lehrte: bevor Sie mit Gedanken, Wörtern oder Taten handeln, besinnen Sie die zu erwartenden Ergebnisse aus oder mit diesen Handlungen. Wenn es dazu führen mag, daß es Sie oder andere verletzt, setzten Sie sie nicht. Wenn Sie keine Verletzungen vorhersehen,​ setzten Sie fort und tun Sie. Während Sie handeln, geben Sie darauf acht ob Sie nicht eine unvorhergesehene Verletzung bewirken. Wenn dem so ist, stoppen Sie unverzüglich. Wenn nicht, setzen Sie fort, bis es erledigt ist. Nach dem Sie fertig sind, beobachten Sie die Langzeitwirkung Ihrer Taten. Wenn es Verletzung verursacht hat, sprechen Sie mit jemandem anderen auf dem Pfad darüber, entwickln Sie einen Sinn für Scham rund um den Fehler, und beschließen Sie ihn nicht wieder zu tun. Wenn es keine Verletzung verursacht hat, erfreuen Sie sich an dieser Tatsache und setzen Sie zu üben fort.
 +
 +Do Sie sich in dieser Weise üben, lernen Sie vier wichtige Prinzipien über das Üben von Urteilen, in einer gesunden Weise, kennen. Erstens beurteilen Sie Ihre Taten und nicht sich selbst. Wenn Sie lernen Ihre Taten, von Ihren Empfinden über ein Selbst, zu trennen, tendieren Sie mehr dazu gewillt zu sein, Ihre Fehler einzugestehen,​ und werden weniger entgegenstreben,​ wenn andere Leute diese aufzeigen. Dieses Prinzip richtet sich ebenfalls an das Schamgefühl,​ welches Buddha empfahl, es um Ihre Fehler zu entwickeln. Es richtet sich nicht an Sie, aber an die Taten, die Sorte von Scham, die eine Person mit hohem Selbstwertgefühl empfindet, wenn sie realisiert, sich daneben benommen zu haben und nicht mehr möchte, daß sie so etwas wieder tut. Scham dieser Art ist nicht lähmend. Er erinnere Sie einfach an die Lektion die Sie bereits gelernt haben.
 +
 +Dieses steht im Zusammenhang mit dem zweiten wichtigen Prinzip von gesundem Urteilen, welches Geistesgegenwertigkeit,​ Achtsamkeit,​ in der ursprünglichen Bedeutung des Wortes erfordert: Etwas im Geist behalten. Achtsamkeit dieser Sorte ist zum Entwickeln Ihres Urteilsvermögens essenziell, da es Ihnen hilft sich an die Lektionen, aus denen Sie gelernt haben, jenes das funktioniert und was es nicht tut, zu erinnern. Da wir zumeist versuchen unsere Fehler zu vergessen, müssen wir unsere Achtsamkeit immer wieder an die Lektionen, die wir gelernt haben, erinnern, sodaß wir diese nicht wieder und wieder auf's Neue lernen müssen.
 +
 +Manchmal hören Sie, daß Achtsamkeit ein nichturteilender Geisteszustand ist, aber das ist nicht wie der Buddha dies verstanden hat. Er vergleicht Achtsamkeit oft mit einem Torwächter,​ welcher in der Weise hilft, über was getan werden sollte und was nicht, zu urteilen:
 +
 +<​blockquote>​“So wie die königliche Grenzlandfestung einen Torwächter,​ weise, erfahren, intelligent,​ um jene außen zu halten, die er nicht kennt, und jene hinein zu lassen, die er kennt, für den Schutz jener innen, und um jene außen abzuwehren, hat: In selber Weise ist ein Schüler der Noblen achtsam, höchst sorgfältig,​ erinnert sich und ruft sich selbst Dinge in den Geist, die vor langem getan und gesagt wurden. Mit Achtsamkeit,​ als seinen Torwächter,​ legt der Schüler der Noblen ab, was ungeschickt ist, entwickelt, was geschickt ist, legt, was ungeschickt ist, ab, entwickelt, was geschickt ist, und achtet auf sich mit Reinheit.”
 +<​cite>​ [[./​../​../​../​../​tipitaka/​an/​an07/​an07.063.than|AN 7.63]]</​cite>​
 +</​blockquote>​
 +
 +Achtsamkeit spielt daher, in der Entwicklung unseres Urteilsvermögens,​ eine sehr wesentliche Rolle.
 +
 +Wenn Sie nun dabei bleiben, die Lektionen die Sie gelernt haben anzuwenden, entdecken Sie das dritte Prinzip eines gesunden Urteilsvermögens:​ das die Lektionen, die Sie aus Ihren Fehlern gelernt haben, und wenn Sie nun entsprechend dieser handeln, es wirklich einen Unterschied macht. Der gegenwärtige Moment ist nicht so überaus anders, so als wäre die Lektion von gestern für heute unnütz. Es mag sein, daß Sie neue subtilere Dinge entdecken, wie Sie dieses in die alte Lektion einbringen können, aber die generelle Gestalt wie Leiden verursacht wird und wie man es beenden kann, bleibt immer die Selbe.
 +
 +Das vierte Prinzip ist zu lernen, wie man von dem Urteil anderer lernen kann. Wenn Sie nun eine Person, in die Sie vertrauen, gewählt haben, mögen Sie offen für Kritik dieser Person sein, aber Sie mögen auch ihre, oder seine, Anregungen mit Überprüfung testen. So wie Buddha seiner Tante Gotamī sagte, können Sie das wahre Dharma, in dem Sie sich die Ergebnisse ansehen, wenn Sie es umsetzen, prüfen. Wenn es zu solchen ehrenwerten Eigenschaften wie Begierdelosigkeit,​ Bescheidenheit,​ Zufriedenheit,​ Tatkraft und Bürdelosigkeit führt, ist es eine wahrhaftige Sache. Die Person, die Ihnen dieses Dharma lehrt, hat letztlich den Test, ein wahrer Freund zu sein, überstanden. Und Sie lernen mehr und mehr, wie Sie sich selbst beurteilen können.
 +
 +Manche Leute mögen es als selbstsüchtig ansehen, wenn man auf das Finden von Freunden, von denen man profitieren kann, abzielt, und halten es für unmenschlich,​ Menschen zu testen, ob sie für sie in die Rechnung passen. Aber das geht am Ziel vorbei. Der Nutzen der aus so einer Freundschaft entsteht, endet nicht mit Ihnen selbst, und im Testen Ihres Freundes, testest Sie sich selbst. In dem Sie sich an die Qualitäten eines vortrefflichen Freundes anpassen, werden Sie selbst zu einer Sorte von Mensch, die anderen vortreffliche Freundschaft geben kann. Wieder ist es so, wie unter einem guten Pianolehrer zu üben. Wenn Sie sich als Pianist verbessern, sind Sie nicht nur einer, der sein Spielen genießen kann. Desto besser Sie werden, desto mehr Freude werden Sie anderen bringen. Je mehr Sie den Prozess des Spielens verstehen, desto effektiver können Sie andere, die ernsthaft von Ihnen lernen möchten, lehren. Das ist der Grund warum Lehrfolge großen Kalibers zum Wohle der Welt etabliert werden.
 +
 +Wenn Sie nach einem vortrefflichen Freund suchen, steigen Sie in die lange Abfolge von vortrefflichen Freunden, die bis zu den Buddha zurückreicht,​ ein und Sie helfen sie in die Zukunft zu führen. In diese Linie einzusteigen mag die Akzeptanz von einigen unangenehmen Wahrheiten erfordern, so wie die Notwendigkeit von Kritik zu lernen und Verantwortung für Ihre Taten zu übernehmen. Aber wenn Sie reif für diese Herausforderung sind, erlernen Sie die Macht des menschlichen Urteilsvermögens,​ welches, wenn es untrainiert ist, so leicht Verletzungen verursachen kann, und Sie bilden es für ein größeres Wohl aus.
 +</​div><​!--END chapter-->​
 +
 +<span seealso>​**Siehe auch**: Sutta-Sammlung im Bezug auf [[./​../​../​../​../​ptf/​dhamma/​sacca/​sacca4/​samma-ditthi/​kalyanamittata|Vorzügliche Freunde]], in dem "Pfad zur Freiheit"​-Bereich.</​span>​
 +
 +</​div><​!--END content-->​
 +
 +<div navigation>​[[./​Section0005|{{de:​img:​left.png }}]] [[./​Section0007|{{ de:​img:​right.png}}]]
 +
 +<span #​h_content_end></​span>​
 +
 +<div #​f_footer>​
 +<div showmore >
 +<div #​f_colophon>​
 +<div #​f_publishercolophonzze>​**Anmerkung der Geber:**
 +
 +Diese Übersetzung des Originals ins Deutsche, gegeben vom Bearbeiter-Team,​ der beitragenden Personen und Spender, ist der Savaka Sangha der vier Richtungen gewidmet, und beansprucht keinerlei Exklusivrecht. Es steht Ihnen gegeben frei, auf dieser Arbeit aufbauen, sie zu verbessern und sie für all Ihre guten Unternehmungen und Dhamma-Dana zu nutzen. Eine Erwähnung der Quelle wie des Autors hier, ist nicht Bedingung und steht Ihnen frei. Der Umstand, daß diese Arbeiten für keine Art der wirtschaftlichen Verwertung und/oder für Gegenleistungen jeglicher Art vorgesehen sind, ist damit nicht berührt und bleibt auch für diese Ausgabe aufrecht. Der Gabenumfang des Originalautors bleibt unberührt. Sie sind natürlich stets herzlich eingeladen sich vielleicht auch direkt in die Arbeiten im Arbeitsforum auf [[http://​sangham.net/​index.php/​board,​29.0.html|sangham.net]] einzubringen und gerne teilen wir auch Ihre Arbeit weiter.</​div>​
 +<div #​f_newcopyrightsymbol>​[[#​top| ]]</​div>​
 +<div #​f_provenance>​**Herkunft:​**
 +<div #​f_sourceCopy>​[[de:​dhamma-dana|{{de:​img:​d2.png?​8}}]] 2018 Thanissaro Bhikkhu.</​div>​
 +
 +<div #​f_sourceCopy_translation>​Übersetzung ins Deutsche: sj, 20. Mai 2018.</​div>​
 +
 +<div #​f_sourceEdition></​div>​
 +
 +<div #​f_sourceTitle>​Englische Ausgabe: Übernommen von einem Datenfile, zur Verfügung gestellt vom Autor, über dhammatalks.org.</​div>​
 +
 +<div #​f_atiCopy>​Diese Ausgabe von Zugang zur Einsicht ist [[de:​dhamma-dana|{{de:​img:​d2.png?​8}}]] 2018.</​div>​
 +
 +<div f_zzecopy>​Übersetzungen,​ Publizierungen,​ Änderungen und Ergänzungen liegen im Verantwortungsbereich von //Zugang zur Einsicht//​.</​div>​
 +
 +</​div>​
 +
 +<div #​f_termsofuse>​**Umfang des Dhamma-Geschenkes:​ **Sie sind eingeladen, dieses Dhamma-Geschenk hier, und Ihre Verdienste damit, neben der eigenen Verwendung auch wieder als Dhamma-Geschenk zu vervielfachen (Anumodana) und in jedes dafür passende Medium zu kopieren, es umzuformatieren,​ zu drucken, publizieren und zu verteilen, vorausgesetzt:​ Sie machen Kopien usw. verfügbar, //ohne eine Gegenleistung//​ zu verlangen. Diese Arbeit ist unter Creative Commons Attribution-NonCommercial 3.0 Unported lizensiert. Um eine Kopie der Lizenz zu sehen, besuchen Sie [[http://​creativecommons.org/​licenses/​by-nc/​3.0/​|http://​creativecommons.org/​licenses/​by-nc/​3.0/​]]. Für eine ausführliche Erklärung, siehe [[./​../​../​../​../​faq#​copyright|FAQ]].</​div>​
 +
 +<div #​f_citation>​**Wie das Dokument anzuführen ist** (ein Vorschlag): "Die Macht des Urteilens",​ vom Ehrw. Thanissaro Bhikkhu, Ausgabe 9. Jänner 2018. Übersetzt ins Deutsche von sj und veröffentlicht //Zugang zur Einsicht//, 20. Mai 2018: [[http://​www.zugangzureinsicht.org/​html/​lib/​authors/​thanissaro/​headandhearttogether/​section0006|http://​www.zugangzureinsicht.org/​html/​lib/​authors/​thanissaro/​headandhearttogether/​section0006]],​ Zitat entnommen am:
 +"​date"</​div>​
 +
 +<div #​f_alt-formats>​**Alternative Formate: [[headandhearttogether.pdf|{{de:​img:​pdf_24x18.gif?​16|Sie sind herzlich eingeladen, sich diese Arbeit als PDF von dieser Seite, über diesen Link, herunter zu laden (91 S./1MB)}}]] **</​div>​
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 +</​div>​
 +
 +</​div>​
 +----
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