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Dighajanu (Vyagghapajja) Sutta: Bedingungen für Wohlergehen

Dighajanu (Vyagghapajja) Sutta

Summary: Buddhas Anweisungen für Haushälter, wie man seinen Wohlstand erhält und fördert, in beider Hinsicht, im weltlicher und in spiritueller.

AN 8.54 PTS: A iv 281

Dighajanu (Vyagghapajja) Sutta: Bedingungen für Wohlergehen

übersetzt aus dem Pali von

Narada Thera

Übersetzung ins Deutsche von:

Samana Johann

Alternative Übersetzung: letter.jpg

Alternative Übersetzung: Thanissaro

Anmerkung des Übersetzers: In diesem Sutta weißt der Buddha eine reichen Haushälter ein, wie man seinen Wohlstand beschützt und mehrt, und wie man den Verlust von Wohlstand vermeidet. Wohlstand alleine, macht einen Menschen nicht vollständig, noch erzeugt es eine harmonische Gesellschaft. Der Besitz von Wohlstand multipliziert all zu oft des Menschens Begierden, und er ist stets bestrebt mehr Wohlstand und Macht anzuhäufen. Dieses unbeherrschte Verlangen läßt ihn jedoch unbefriedigt, und erstickt sein inneres Wachstum. Es erzeugt Konflikte und Unausgewogenheit, durch den Groll der Unterprivilegierten, in der Gesellschaft, die sich von den Effekten des unbeherrschten Verlangens ausgebeutet fühlen.

Deshalb folgt der Buddha, in seinem Rat über materiellen Wohlstand, mit vier essenziellen Bedingungen für spirituellen Wohlstand: Überzeugung (in des Meisters Erleuchtung), Tugend, Freizügigkeit und Weisheit. Diese vier träufeln im Menschen einen Sinn von höheren Werten ein. Er wird dann nicht nur nach seinen eigenen materiellen Bedachtnahmen streben, sonder sich auch über seine Pflichten gegenüber der Gesellschaft bewußt sein. Um nur eine der Auswirkungen zu erwähnen: eine Weise und großzügige umgesetzte Freizügigkeit, würde die Spannungen und Konflikte in der Gesellschaft reduzieren. So würde das Einhalten dieser Bedingungen für materiellen und spirituellen Wohlstand einen idealen Bürger, in einer idealen Gesellschaft, ausmachen.

Dieses habe ich gehört. Einst verweilte der Erhabene unter den Koliyans,(1) in deren Handelsstadt Namens Kakkarapatta. Da wartete Dighajanu,(2) ein Koliyan, den Erhabenen auf, begrüßte ihn respektvoll, und setzte sich an eine Seite. So sitzend, richtete er sich wie folgt an den Erhabenen:

„Wir, Herr, sind Laienleute, die weltliches Vergnügen genießen. Wir leben ein Leben, verschuldet mit Ehefrau und Kindern. Wir benutzen Sandalholz aus Kasi. Wie bedecken uns mit Geschmückten, Duftstoffen und Salben. Wir benutzen Gold und Silber. An jene wie uns, Oh Herr, laßt den Erhabenen das Dhamma predigen, lehrt die Dinge, die zu Wohlsein und Glück, in diesem Leben, und zu Wohlsein und Glück in zukünftigen Leben führen.“

Bedingungen des weltlichen Fortschritts

Vier Bedingungen, Vyagghapajja,(3) dienen eines Haushälters Wohlsein und Glück, in eben diesen Leben. Welche vier?

„Die Fertigkeit der beharrlicher Anstrengung (utthana-sampada), die Fertigkeit der Wachsamkeit (arakkha-sampada), gute Freundschaft (kalyanamittata) und ein ausgeglichener Lebensunterhalt (sama-jivikata).

„Und was ist die Fertigkeit in beharrlicher Anstrengung?

„Hierzu, Vyagghapajja, wird er, mit was immer Unternehmungen ein Haushälter seinen Lebensunterhalt verdient, ob in Ackerbau, im Handel, im Hochziehen von Vieh, im Bogenschießen, im Dienste des Königs, oder mit irgend einem Mittel des Handwerks, in diesem geschickt und ist nicht faul. Er ist mit der Kraft der Einsicht bestückt, so wie mit passenden Wegen und Mittel, er ist fähig (Pflichten) auszutragen und zu verteilen. Dieses wird die Fertigkeit in beharrlicher Anstrengung genannt.

„Und was ist die Fertigkeit in Wachsamkeit?

„Hierzu, Vyagghapajja, was immer Wohlstand im Besitz eines Haushälters ist, erlangt mit Bemühen der Anstrengung, gesammelt mit der Kraft seiner Arme, mit dem Schweiß an seinen Augenbrau, rechtens mit rechten Mitteln erlangt, so verwaltet, gut im Beschützen und Wachen, sodaß Könige es nicht ergreifen würden, Diebe es nicht stehlen würden, Feuer es nicht verbrennt, Wasser es nicht davontragen würde, noch übelgesinnte Erben es entfernen würden. Dieses ist die Fertigkeit in Wachsamkeit.

Und was ist gute Freundschaft?

„Hierzu, Vyagghapajja, in welchem Dorf oder Handelsstadt er verweilt, bringt er sich in Unterredungen mit Haushältern oder Haushälters Söhnen, ob jung und hoch kultiviert, oder alt und hoch kultiviert, voller Vertrauen (saddha),(4) voller Tugend (sila), voller Großzügigkeit (caga), voller Weisheit (pañña) ein, unterhält sich, verpflichtet sich. Er handelt im Einklang mit dem Vertrauen der Vertrauensvollen, mit der Tugend der Tugendhaften, mit der Großherzigkeit der Großherzigen, mit der Weisheit der Weisen. Dieses wird gute Freundschaft genannt.

Was ist ein ausgeglichener Lebensunterhalt?

„Hierzu, Vyagghapajja, ein Haushälter seine Einkünfte und Ausgaben kennen, lebt er ein ausgewogenes Leben, weder verschwenderisch noch geizig, wissend, daß seine Einkünfte seine Ausgaben übertreffen, und seine Ausgaben seine Einkünfte nicht übersteigen.

So wie der Goldschmied,(5) oder sein Lehrling, im Halten einer Waage weiß, daß sie so viel nach unten gesunken ist, sie so viel nach oben gekippt ist, gleich dem, führt ein Haushälter, seine Einkünfte und Ausgaben kennend, ein ausgewogenes Leben, weder verschwenderisch noch geizig, wissend, daß so seine Einkünfte seine Ausgaben übersteigen, und seine Ausgaben seine Einkünfte nicht übersteigen.

„Wenn, Vyagghapajja, ein Haushälter, mit wenige Einkünften, ein verschwenderisches Leben führen würde, würden da jene sein, die sagen: 'Diese Person genießt seinen Besitz, wie jemand der Holzäpfel ist'.(6) Wenn, Vyagghapajja, ein Haushälter mit hohen Einkünften, ein erbärmliches Leben führen würde, würden da jene sein, die sagen: 'Diese Person wird wie ein Hungernder sterben'.

„Der Wohlstand, so angehäuft, Vyagghapajja, hat vier Quellen der Zerstörung:

“(i) Ausschweifungen, (ii) Betrunkenheit, (iii) Spielerei, (iv) Freundschaft, Gefährtenschaft und Innigkeit mit Übeltuern.

Gerade so wie, im Falle eines großen Speichers mit vier Zugängen und Abgängen, ein Mann die Zugänge schließen und die Abgänge öffnen würde, und da kein ausgiebiger Regenfall wäre, ist Mindern des Wassers in dem Speicher zu erwarten, und kein Mehren. Ebenso sind da die vier Quellen der Zerstörung des angehäuften Wohlstands, Ausschweifungen, Betrunkenheit, Spielerei und Freundschaft, Gefährtenschaft und Innigkeit mit Übeltuern.

„Da sind vier Quellen des Mehrens von Wohlstand: (i) Abstehen von Ausschweifungen, (ii) Abstehen von Betrunkenheit, (iii) nicht Einbringen in Spielerei, (iv) Freundschaft, Gefährtenschaft und Innigkeit mit den Guten.

„Gerade so wie, im Falle eines großen Speichers mit vier Zugängen und Abgängen, ein Mann die Zugänge öffnen und die Abgänge schließen würde, und da ein ausgiebiger Regenfall wäre, ist Mehren des Wassers in dem Speicher zu erwarten, und kein Mindern. Ebenso sind da die vier Quellen der Mehrung des angehäuften Wohlstands, Abstehen von Ausschweifungen, Abstehen von Betrunkenheit, Abstehen von Spielerei und Freundschaft, Gefährtenschaft und Innigkeit mit den Guten.

„Diese vier Bedingungen, Vyagghapajja, dienen für eines Haushälters Wohlsein und Glück in eben diesen Leben.

Bedingungen für einen spirituellen Fortschritt

„Vier Bedingungen, Vyagghapajja, dienen für eines Haushälters Wohlsein und Glück in seinen zukünftigen Leben. Welche vier?

„Die Fertigkeit von Vertrauen (saddha-sampada), die Fertigung von Tugend (sila-sampada), die Fertigung von Großzügigkeit (caga-sampada), und die Fertigkeit von Weisheit (pañña-sampada).

„Und was ist die Fertigkeit in Vertrauen?

„Hierzu besitzt ein Haushälter Vertrauen, er glaubt an die Erleuchtung des Vollkommenen (Tathagata): So, wahrlich, ist der Gesegnete: er ist der Reine, Völligerleuchete, bestückt mit Wissen und Verhalten, gut gegangen, der Kenner der Welten, unvergleichlicher Führer von Menschen die gezügelt werden können, der Lehrer von Göttern und Menschen, allwissend und gesegnet. Dieses wird die Fertigkeit in Vertrauen genannt.

„Und was ist die Fertigkeit in Tugend?

„Hierzu steht eine Haushälter vom Töten, Stehlen, sexuellem Fehlverhalten, Lügen und von Berauschungsmittel, die Betörung und Gewissenlosigkeit erzeugen können, ab. Dieses wird die Fertigkeit von Tugend genannt.

„Und was ist die Fertigkeit in Großzügigkeit?

„Hierzu verweilt ein Haushälter mit einem Herzen frei von den Flecken der Habgier, sich der Großherzigkeit hingebend, offenhändig, erfreut sich in Großzügigkeit, nimmt sich der Bedürftigen an, erfreut sich am Verteilen von Almosen. Dieses wird die Fertigkeit in Großherzigkeit genannt.

„Und was ist die Fertigkeit in Weisheit?

„Hierzu ist ein Haushälter weise: er ist mit der Weisheit bestückt, die das Aufkommen und Vergehen (der fünf Aggregate der Existenz) versteht, er besitzt die noble durchdringende Erkenntnis, die zur Zerstörung von Leiden führt. Dieses wird die Fertigkeit in Weisheit genannt.

„Diese vier Bedingungen, Vyagghapajja, dienen eines Haushälters Wohlsein und Glück in seinen zukünftigen Leben.“

Energetisch und gewissenhaft in seinen Aufgaben, weise seinen Wohlstand verwaltend, Lebt er ein ausgeglichenes Leben, Beschützen was er zusammengebracht. Bestückt auch mit Vertrauen und Tugend, Großzügig ist er von Habgier befreit, Stets arbeitend den Pfad zu reinigen, Der zu Wohlsein in zukünftigen Leben führt. So an den Laienmanschen voller Vertrauen, Von ihm, so wahrlich 'Erleuchteter' genannt, Wurden diese acht Bedingungen erklärt, Welche nun und danach zu Segen führen.

Anmerkungen

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1.

Die Koliyans waren die Rivalen der Sakyans. Königin Maha Maya gehörte der Koliyan-Sippe an, und König Suddhodana der Sakyan-Sippe.

2.

Wörtlich 'lang-kniend'

3.

'Tigers Fährte': Er wurde deshalb so genannt, weil seine Vorfahren auf einem Waldpfad, heimgesucht von Tigern, geboren wurden. Vyagghapajja war Dighajanus Familienname.

4.

Saddha ist nicht blinder Glaube. Es ist Zuversicht, auf Wissen basierend.

5.

Tuladharo, wörtlich 'Träger der Waage'

6.

Udumbarakhadaka. Der Kommentar erklärt, daß einer der es wünscht Holzäpfel zu essen, den Baum schüttelt, mit dem Ergebnis, daß viele Früchte fallen, aber nur wenige gegessen werden, während eine große Zahl verschwendet ist.

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de/tipitaka/sut/an/an08/an08.054.nara.txt · Zuletzt geändert: 2019/11/01 08:38 von Johann