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de:tipitaka:sut:kn:j:j05:j203

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203 Die Erzählung von der Sphäre der Daseinsarten - Khandhavatta-Jataka

<docinfo_head>

Title: 203 Die Erzählung von der Sphäre der Daseinsarten - Khandhavatta-Jataka

Summary: url=./index.html#j203 Ein weiser Mann belehrt seine Jünger, wie sie sich durch die Betätigung der Liebe zu allen Wesen Sicherheit vor den Schlangen und anderen Tieren verschaffen können.

J 203

{Sutta: J ii 147|<a class='sangham' href=„http://sangham.net/index.php?page=s0513m.mul1_latn#203“ title=„Lesen Sie den Palitext auf sangham.net (Nutzerkonto erforderlich)“ target='pali'>J 203</a>|<a class='offsite' href=„http://www.tipitaka.org/romn/cscd/s0513m.mul1.xml#para105“ title=„Lesen Sie den Palitext auf tipitaka.org“ target='pali'>J 203</a>} {Vaṇṇanā: <a class='sangham' href=„http://sangham.net/index.php?page=s0513a2.att0_latn#203“ title=„Lesen Sie den Palitext auf sangham.net (Nutzerkonto erforderlich)“ target='pali'>atta. J 203</a>|<a class='offsite' href=„http://www.tipitaka.org/romn/cscd/s0513a2.att0.xml#para105“ title=„Lesen Sie den Palitext auf tipitaka.org“ target='pali'>atta. J 203</a>}

Die Erzählung von der Sphäre der Daseinsarten

203

Khandhavatta-Jataka (Khaṇḍajātakaṃ)(1)

übersetzt aus dem Pali ins Deutsche:

Julius Dutoit

<docinfo_head_end>

Freund bin ich den Virupakkhas(2) </p>

<a class='para' id=„para-A“ name='para-A' title=„Gegenwartsgeschichte: Vorgeschichte“>[§A]</a><p>Dies erzählte der Meister, da er im Jetavana verweilte, mit Beziehung auf einen Mönch. Als dieser nämlich an der Türe des Feuerhauses Hölzer anzündete, kam aus einem verfaulten Baume eine Schlange hervor und biss ihn in eine Zehe, so dass er auf der Stelle starb. —

Es wurde aber im ganzen Kloster bekannt, dass er auf diese Weise ums Leben gekommen war. In der Lehrhalle begannen die Mönche folgendes Gespräch: „Freund, als der Mönch so und so an der Türe des Feuerhauses Hölzer anzündete, wurde er von einer Schlange gebissen und starb auf der Stelle.“ Da kam der Meister und fragte: „Zu welcher Unterhaltung, ihr Mönche, habt ihr euch jetzt hier niedergelassen?“ Als sie antworteten: „Zu der und der“, fuhr er fort: „Wenn, ihr Mönche, dieser Mönch in Bezug auf die vier Schlangenkönigsgeschlechter Liebe betätigt hätte, so hätte ihn die Schlange nicht gebissen. Schon in der Vorzeit haben Asketen, als noch kein Buddha erschienen war, zu den vier Schlangenkönigsgeschlechtern Liebe betätigt und wurden dadurch von der von den Schlangenkönigsgeschlechtern herrührenden Furcht befreit.“ Nach diesen Worten erzählte er folgende Begebenheit aus der Vergangenheit.

<a class='para' id=„para-B“ name='para-B' title=„Geschichte aus der Vergangenheit“>[§B]</a><p>Als ehedem zu Benares Brahmadatta regierte, nahm der Bodhisattva im Reiche Kasi in einer Brahmanenfamilie seine Wiedergeburt. Als er herangewachsen war, gab er die Lüste auf und betätigte die Weltflucht der Weisen. Er erlangte die Erkenntnisse und die Vollkommenheiten. Im Himalaya erbaute er sich an einer Krümmung des Ganges eine Einsiedelei und lebte dort, von einer Asketenschar umgeben, des Glückes der <abbr title=„Jhana, oder Vertiefung, Konzentration, Sammlung“>Ekstase</abbr> sich erfreuend.

Damals bereiteten am Ufer des Ganges mancherlei Schlangenarten den Weisen Störung und immer mehr Weise kamen durch sie ums Leben. Die Asketen meldeten dies dem Bodhisattva. Darauf ließ der Bodhisattva alle Asketen zusammenkommen und sprach zu ihnen: „Wenn ihr zu den vier Schlangenkönigsfamilien Liebe betätigen würdet, würden euch die Schlangen nicht beißen. Betätigt darum von jetzt an zu den vier Schlangenkönigsfamilien in folgender Weise die Liebe!“ Nach diesen Worten sprach er folgende Strophe:

<a class='para' id=„para-1“ name='para-1' title=„105. Virūpakkhehi me mettaṃ, mettaṃ erāpathehi me; Chabyāputtehi me mettaṃ, mettaṃ kaṇhāgotamakehi ca.“>[§1]</a> „Freund bin ich den Virupakkhas, Freund bin ich den Erapathas, Freund bin ich den Chabbyaputtas, auch den Kanhagotamakas.“

Nachdem er so die vier Schlangenkönigsfamilien genannt hatte, fuhr er fort: „Wenn ihr gegen diese Liebe zu betätigen im Stande seid, werden euch die Schlangen nicht beißen noch verletzen.“ Und er sprach folgende zweite Strophe(3):

<a class='para' id=„para-2“ name='para-2' title=„106. Apādakehi me mettaṃ, mettaṃ dvipādakehi me; Catuppadehi me mettaṃ, mettaṃ bahuppadehi me.“>[§2]</a> „Zu den Fußlosen hab ich Liebe, zu den Zweifüßlern hab ich Liebe, zu den Vierfüßlern hab ich Liebe, zu den Vielfüßlern hab ich Liebe.“

Nachdem er so gegen alles, was einen Körper besitzt, die Liebesbetätigung bezeugt hatte, sprach er in Form einer Bitte folgende Strophe:

<a class='para' id=„para-3“ name='para-3' title=„Mā maṃ apādako hiṃsi, mā maṃ hiṃsi dvipādako; Mā maṃ catuppado hiṃsi, mā maṃ hiṃsi bahuppado.“>[§3]</a> „Nicht schäd'ge mich ein Fußloser, nicht schäd'ge mich ein Zweifüßler, nicht schäd'ge mich ein Vierfüßler, nicht schäd'ge mich ein Vielfüßler.“

Indem er dann noch ohne besondere Unterscheidung die Liebesbetätigung ausdrückte, sprach er folgende Strophe:

<a class='para' id=„para-4“ name='para-4' title=„Sabbe sattā sabbe pāṇā, sabbe bhūtā ca kevalā; Sabbe bhadrāni passantu, mā kañci [kiñci (syā. ka.)] pāpamāgamā.“>[§4]</a> „Die Wesen alle, alles Leben und alles, was da existiert, sie alle mögen glücklich leben und keines mög' ein Übel treffen.“

Nachdem er auf diese Weise gesagt hatte: „Zu allen Wesen ohne Unterscheidung betätigt die Liebe“, sprach er noch, um die Vorzüge der drei Kleinodien ins Gedächtnis zurückzurufen: „Unendlich ist der Buddha, unendlich die Lehre, unendlich die Gemeinde.“

Dann sagte er weiter: „Erinnert euch an die Vorzüge der drei Kleinodien“; und nachdem er die Eigenschaft der Unermesslichkeit bei den Kleinodien geschildert, fügte er hinzu, um die endlichen Wesen zu erklären: „Endlich sind die Kriechtiere, die Schlange, der Skorpion, der Hundertfüßler, die Spinne, die Eidechse, die Maus.“

Nachdem noch der Bodhisattva gezeigt hatte: „Weil ihnen Lust und die anderen endlich machenden Eigenschaften innewohnen, darum sind diese Kriechtiere der Endlichkeit unterworfen“, fuhr er fort: „Wegen der Wunderkraft der unendlichen drei Zufluchten sollen diese mit Endlichkeit Behafteten uns bei Tag und Nacht Sicherheit gewähren.“ Dann sagte er: „Gedenket an die Vorzüge der drei Kleinodien“, und sprach, um zu zeigen, was noch außerdem zu tun sei(4), folgende Strophe:

<a class='para' id=„para-5“ name='para-5' title=„Appamāṇo buddho, appamāṇo dhammo; Appamāṇo saṅgho, pamāṇavantāni sarīsapāni [sirisapāni (sī. syā. pī.)]; Ahivicchikasatapadī, uṇṇanābhi [uṇṇānābhi (sī. syā. pī.)] sarabūmūsikā. Katā me rakkhā katā me parittā, paṭikkamantu bhūtāni; Sohaṃ namo bhagavato, namo sattannaṃ sammāsambuddhānanti.“>[§5]</a> „Jetzt hab ich mich geschützt, hab mich behütet, von mir entfernen sollen sich die Wesen; jetzt bring ich dem Erhabenen Verehrung, den sieben ganz Erleuchteten(5) Verehrung.“

So fügte der Bodhisattva mit den Worten: „Wenn ihr Verehrung erzeigt, so gedenkt auch an die sieben Buddhas“, für die Asketenschar die Schutzformel zusammen und gab sie ihnen.

Von da an beharrte die Asketenschar bei der Ermahnung des Bodhisattva; sie betätigte die Liebe und gedachte der Buddhavorzüge. Während sie aber so der Buddhavorzüge gedachten, zogen sich alle Schlangen von ihnen zurück. Der Bodhisattva aber betätigte die Vollendungen und gelangte dann in die Brahma-Welt.

<a class='para' id=„para-C“ name='para-C' title=„Schlußworte und Auflösung“>[§C]</a><p>Nachdem der Meister diese Lehrunterweisung beendigt, verband er das Jātaka mit folgenden Worten: „Damals war die Asketenschar die Buddhagemeinde, der Meister der Schar aber war ich.“

Ende der Erzählung von der Sphäre der Daseinsarten

<h1>Anmerkungen:</h1> <dl>

1.

Vgl. zu den „Khandhas“ „Leben des Buddha“, S. 325, Anm. 50. Sie sind eine

der vier Grundlagen des Seins und umfassen: den Körper, das Gefühl, die Empfindung, die Samkharas und das Bewusstsein. Hier sind wohl nur die verschiedenen Arten der Wesen damit gemeint.

2.

Dies ist der Name für die erste Familie der Schlangenkönige. Auch der

„Regent des Westens“ heißt so.

3.

Diese und die nächsten zwei Strophen gelten noch als Teile der ersten;

die eigentliche zweite Strophe ist die letzte.

4.

Dieser Ausdruck fehlt in der Übersetzung von Rouse.

5.

Damit sind entweder die sieben Buddhas gemeint, die vor der damaligen

Existenz des Bodhisattva schon gelebt, oder auch die sieben bedeutendsten Vorgänger Buddhas.

</dl>

<!– #Tags u codes: <a class='para' id=„para-1“ name='para-1'>[§1]</a>(1) <a style='color:#808080' id=„page0“ name='page0' title=„page0“>°°</a>

#Tags u codes: –>

de/tipitaka/sut/kn/j/j05/j203.txt · Zuletzt geändert: 2019/05/11 05:25 von Johann