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de:tipitaka:sut:kn:j:j07:j336

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336 Die Erzählung von dem großen Chatta - Brahachatta-Jataka

336 Die Erzählung von dem großen Chatta - Brahachatta-Jataka

Summary: url=./index.html#j336 Ein König wird von einem andern vertrieben. Sein Sohn flüchtet und schließt sich einer Schar von Asketen an, die er veranlaßt nach dem Lande des Thronräubers zu ziehen. Nachdem er hier das Vertrauen des Königs gewonnen, läßt er die Asketen die früher seinem Vater gehörigen Schätze bei ihrem Wegzuge mitnehmen und «teilt damit seine frühere Macht wieder her. Der andre König aber wird halb von Sinnen durch den Verlust der Schätze; doch wird er von einem Weisen getröstet.

J 336 {Sutta: J iii 118|J 336|J 336} {Vaṇṇanā: atta. J 336|atta. J 336}

Die Erzählung von dem großen Chatta

336

Brahachatta-Jataka (Brahāchattajātakaṃ)

übersetzt aus dem Pali ins Deutsche:

Julius Dutoit

‘Das Gras, das Gras’, so redest du

[§A] Hover: Gegenwartsgeschichte: Vorgeschichte

Dies erzählte der Meister, da er im Jetavana verweilte, mit Beziehung auf einen Betrüger.

[§D]

Die Begebenheit aus der Gegenwart ist schon erzählt(0a).

[§B] Hover: Geschichte aus der Vergangenheit

Als aber ehedem zu Benares Brahmadatta regierte, war der Bodhisattva dessen Ratgeber in geistlichen und weltlichen Dingen. — Der König von Benares zog einmal mit einem großen Heere gegen den König von Kosala. Als er nach Savatthi gekommen war, drang er kämpfend in die Stadt ein und nahm den König gefangen. Der König von Kosala aber hatte einen Sohn, Prinz „Chatta“(0b) mit Namen. Dieser flüchtete in unkenntlich machendem Gewande aus der Stadt und begab sich nach Takkasilā. Nachdem er hier die drei Veden und die achtzehn Künste erlernt hatte, verließ er wieder Takkasilā; und indem er die Anwendung aller Künste sich zu eigen machte, kam er in ein Grenzdorf.

In dessen Nähe wohnten fünfhundert Asketen in Laubhütten. Der Prinz ging zu ihnen hin; und da er dachte: „Auch bei diesen werde ich etwas lernen“, wurde er auch ein Weltflüchtling und erlernte alles, was jene wussten. In der Folgezeit wurde er der Meister der Schar. — Eines Tages redete er die Schar der Asketen an und fragte sie: „Ihr Ehrwürdigen, warum geht ihr nicht in das Mittelland(1)?“ Sie antworteten: „Ehrwürdiger, im Mittelland sind die Menschen klug. Diese stellen Fragen, lassen die Danksagung verrichten(2), lassen Segensformeln sagen und tadeln diejenigen, welche dies nicht können. Aus Furcht davor gehen wir nicht dorthin.“ Doch er erwiderte: „Fürchtet euch nicht; ich werde dies alles tun.“ „Lasst uns darum gehen“, versetzten die anderen; und sie nahmen alle ihre mannigfachen Gerätschaften mit und gelangten so allmählich nach Benares.

Nachdem aber der König von Benares das Königreich Kosala in seine Gewalt gebracht hatte, legte er dorthin königliche Beamte; er selbst nahm die Schätze, die sich dort fanden, mit sich und kehrte nach Benares zurück. Hier ließ er im Parke eiserne Kessel damit füllen und dort vergraben. Zu der Zeit aber wohnte er nur zu Benares.

Nachdem aber jene Asketen im königlichen Parke die Nacht verbracht hatten, gingen sie am nächsten Tage in die Stadt hinein, um Almosen zu sammeln, und kamen an das Tor des königlichen Palastes. Über ihren würdigen Wandel befriedigt, ließ sie der König zu sich rufen und im Thronsaale Platz nehmen. Er setzte ihnen Reisschleim und Kuchen vor und stellte ihnen, bis es Zeit zum Mahle war, verschiedene Fragen. Chatta löste, indem er sich dabei das Herz des Königs gewann, sämtliche Fragen und verrichtete nach Beendigung des Mahles eine herrliche Danksagung. Der König war noch mehr darüber befriedigt; er ließ sich ihre Zustimmung erteilen und siedelte sie alle in seinem Parke an.

Chatta aber kannte den Zauberspruch, mit dem man Schätze heben kann. Während er dort weilte, dachte er: „Wo hat jener wohl das meinem Vater gehörige Geld vergraben?“ Er sagte den Zauberspruch her und schaute; da merkte er, dass es im Parke vergraben sei. Jetzt dachte er: „Ich werde es nehmen und mein Reich wiedergewinnen.“ Und er sprach zu den Asketen: „Ihr Ehrwürdigen, ich bin der Sohn des Königs von Kosala. Als der König von Benares unser Reich eroberte, entfloh ich in unkenntlich machender Kleidung und behütete diese ganze Zeit hindurch mein Leben. Jetzt habe ich das meiner Familie gehörige Geld erhalten; ich will es mit mir nehmen und mein Reich zurückgewinnen. Was werdet ihr tun?“ Sie antworteten: „Auch wir werden mit dir gehen.“

Jener sagte: „Gut.“ Er ließ sie große lederne Säcke machen, zur Nachtzeit die Erde aufgraben, die Geldtöpfe herausheben und das Geld in die Ledersäcke tun. Dann ließ er die Töpfe mit Gras füllen und die fünfhundert Asketen sowie andere Leute das Geld mitnehmen. Darauf entfloh er. Er begab sich nach Savatthi, nahm die ganzen Anhänger des Königs gefangen und nahm das Reich wieder in Besitz. Er ließ die Mauern, die Warttürme u. dgl. wiederherstellen und bewirkte, dass die Stadt nicht wieder von einem Feinde im Kampfe eingenommen werden konnte. Darauf wohnte er in der Stadt.

Man meldete aber dem König von Benares, dass die Asketen das Geld aus dem Parke geholt und sich geflüchtet hätten. Er ging in den Park, ließ die Töpfe öffnen und sah nur Gras darin. Wegen dieses Geldes aber befiel ihn großer Kummer. Er begab sich in die Stadt zurück und lallte beständig: „Gras, Gras“; niemand konnte seinen Kummer besänftigen. —

Da dachte der Bodhisattva: „Der König hat einen schweren Kummer; er lallt beständig vor sich hin. Außer mir aber ist niemand im Stande, seinen Schmerz zu mildern.“ „Ich will ihn von dem Kummer befreien“, so dachte er; und als er eines Tages fröhlich mit ihm zusammen saß, sprach er, als jener wieder vor sich hin lallte, folgende erste Strophe:

[§1] Hover: 141. Tiṇaṃ tiṇanti lapasi, ko nu te tiṇamāhari; Kiṃ nu te tiṇakiccatthi, tiṇameva pabhāsasi. „‘Das Gras, das Gras’, so redest du; wer hat dir denn dein Gras genommen? Was willst du mit dem Grase machen? Denn immer redest du vom Gras.“

Als dies der König hörte, sprach er folgende zweite Strophe:

[§2] Hover: 142. Idhāgamā brahmacārī, brahā chatto bahussuto; So me [so ve (ka.)] sabbaṃ samādāya, tiṇaṃ nikkhippa gacchati. „Es kam hierher der heilige, der große, hochgelehrte Chatta; er nahm mir alles weg und ließ beim Weggehn mir nur Gras zurück.“

Da dies der Bodhisattva vernahm, sprach er folgende dritte Strophe:

[§3] Hover: 143. Evetaṃ hoti kattabbaṃ, appena bahumicchatā; Sabbaṃ sakassa ādānaṃ, anādānaṃ tiṇassa ca. ( ) [(tiṇassa cāṭīsu gato, tattha kā paridevanā) (sī. syā.) (cāṭīsu pakkhipitvāna, tattha kā paridevanā) (ka.)] „So eben muss man sich verhalten; für wenig muss man viel erstreben. Denn alles nahm er, was ihm eigen; das Gras jedoch ließ er zurück.“

Als dies der König hörte, sprach er folgende vierte Strophe:

[§4] Hover: 144. Sīlavanto na kubbanti, bālo sīlāni kubbati; Aniccasīlaṃ dussīlyaṃ [dussīlaṃ (pī.)], kiṃ paṇḍiccaṃ karissatīti. „Die Tugendhaften tun nicht so, ein Tor nur kann dergleichen tun. Nicht von Bestand ist solches Tun; was wird ihm die Gescheitheit nützen?“

Nachdem der König jenen mit diesen Worten getadelt, wurde er durch die Rede des Bodhisattva von seinem Kummer befreit und führte in Gerechtigkeit seine Regierung.

[§C] Hover: Schlußworte und Auflösung

Nachdem der Meister diese Unterweisung beschlossen hatte, verband er das Jātaka mit folgenden Worten: „Damals war der große Chatta dieser betrügerische Mönch, der weise Minister aber war ich.“

Ende der Erzählung von dem großen Chatta

Anmerkungen:

<dl>

0a.

In dem Jātakas 89 und Jātakas 173 ist jeweils auf das Jātaka 487 verwiesen.

0b.

„Prinz“ ist hier nicht, wie sonst oft, Namensbestandteil, sondern

schlichte Bezeichnung.

1.

Damit ist das Land am mittleren Ganges gemeint im Gegensatze zu dem

Nordland am Himalaya und dem Südland „Dakkhinagiri“, wovon der Name des heutigen Dekhan stammt.

2.

Eine besondere Kunst bestand darin, in möglichst kurzen Worten zu Ehren

des Spenders möglichst viel zu sagen.

</dl>

de/tipitaka/sut/kn/j/j07/j336.txt · Zuletzt geändert: 2019/10/30 13:23 von Johann