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524 Die Erzählung von Samkhapala - Samkhapala-Jataka

524 Die Erzählung von Samkhapala - Samkhapala-Jataka

Summary: url=./index.html#j524 Ein König zieht  sich in die Einsamkeit zurück und wird hier öfters von einem Naga (einem göttlichen Schlangenwesen) besucht. Einmal besucht ihn auch sein Sohn, der junge König, und ist so von der Pracht des Naga entzückt, daß er nach seinem Tode auch ein solcher zu werden wünscht. Sein Wunsch geht in Erfüllung; weil er aber nach dieser Existenz wieder Mensch werden will, betätigt er in der Einsamkeit an gewissen Tagen die für Asketen gültigen Gebote. — Dabei läßt er sich einmal von rohen Menschen fangen und mißhandeln, bis ein gutmütiger Reicher, der des Weges kommt, ihn loskauft. Zum Danke dafür nimmt der Naga den Reichen mit in sein Reich; nach einiger Zeit aber verläßt dieser die Welt und wird Asket. — Später kommt der Asket einmal nach Benares und erzählt hier dem König auf seine Frage die ganze Geschichte von dem Naga und seiner Herrlichkeit; er fügt hinzu, der Naga treibe Askese nur um als Mensch wiedergeboren zu werden. Darauf geht der Asket wieder fort; der König aber führt von nun an auch ein gutes Leben.

J 524 {Sutta: J_v_161|J 524|J 524} {Vaṇṇanā: atta. J 524|atta. J 524}

Die Erzählung von Samkhapala

524

Samkhapala-Jataka (Saṅkhapālajātakaṃ)

übersetzt aus dem Pali ins Deutsche:

Julius Dutoit

Von edlem Aussehn bist du

[§A] Hover: Gegenwartsgeschichte: Vorgeschichte

Dies erzählte der Meister, da er im Jetavana verweilte, mit Beziehung auf die Betätigung der Uposatha-Pflichten. — Nachdem nämlich damals der Meister, um die Laienbrüder und Laienschwestern zu loben(1), gesagt hatte: „Die Weisen der Vorzeit gaben das Naga-Glück(2) auf und betätigten nur das Uposatha“, erzählte er auf ihre Bitte folgende Begebenheit aus der Vergangenheit.

[§B] Hover: Geschichte aus der Vergangenheit

Ehedem herrschte zu Rajagaha der König von Magadha. Damals nahm der Bodhisattva im Schoße der ersten Gemahlin dieses Königs seine Wiedergeburt; man gab ihm den Namen Duyyodhana. Nachdem er, zum Jüngling herangewachsen, zu Takkasilā die Künste erlernt hatte, kehrte er zurück und suchte seinen Vater auf. Darauf weihte ihn sein Vater zum König; er selbst betätigte die Weltflucht der Weisen und nahm im Parke seinen Aufenthalt. Der Bodhisattva kam täglich dreimal zu seinem Vater, so wurde diesem große Achtung und Ehrung zuteil.

Da er aber infolge dieser Verhinderung nicht einmal die Vorbereitungen zur Herbeiführung der <abbr title=„Jhana, oder Vertiefung, Konzentration, Sammlung“>Ekstase</abbr> betätigen konnte, dachte er bei sich: „Groß ist meine Ehrung und Auszeichnung; ich bin nicht im Stande, solange ich hier weile, diese Fessel zu brechen. Ohne meinem Sohne etwas davon zu sagen, werde ich anderswohin gehen.“ Ohne jemand etwas davon wissen zu lassen, verließ er den Park, durchschritt das Königreich Magadha und erbaute sich im Königreich Mahimsaka an einer Krümmung des aus dem Samkhapala-See kommenden Kannapenna-Flusses bei dem Candaka-Berge eine Laubhütte. Dort wohnte er, betätigte die Vorbereitungen zur Herbeiführung der <abbr title=„Jhana, oder Vertiefung, Konzentration, Sammlung“>Ekstase</abbr> und erlangte dadurch die Fähigkeit zur <abbr title=„Jhana, oder Vertiefung, Konzentration, Sammlung“>Ekstase</abbr> und die Erkenntnisse; durch Sammeln der liegen gebliebenen Ähren und Früchte ernährte er sich. Ihn besuchte ein Naga-König namens Samkhapala manchmal, indem er mit großem Gefolge aus dem Kannapenna-Flusse herausstieg, und jener verkündete ihm die Wahrheit.

Sein Sohn aber wünschte ihn zu sehen, und da er nicht wusste, wohin er gegangen sei, ließ er Nachforschungen anstellen und erfuhr, dass er an dem und dem Orte weile. Um ihn zu besuchen, zog er mit großem Gefolge dorthin, schlug auf der Seite ein befestigtes Lager und ging, nur von einigen Ministern begleitet, nach der Einsiedelei hin. — In diesem Augenblicke saß gerade Samkhapala dort mit großem Gefolge. Als dieser den König herankommen sah, bezeigte er dem Asketen seine Ehrfurcht, stand auf und entfernte sich.

Nachdem nun der König seinen Vater ehrfurchtsvoll begrüßt und eine liebenswürdige Unterhaltung mit ihm begonnen hatte, setzte er sich nieder und fragte:

„Herr, was für ein König(3) ist da zu Euch gekommen?“ „Mein Sohn, dies war der Naga-König Samkhapala“, war die Antwort. Da wurde jener wegen dessen Herrlichkeit von Begierde nach dem Dasein als Naga erfasst. Nachdem er noch einige Tage dort geblieben war und für seinen Vater beständig Almosenspeise ausgemacht hatte, kehrte er in seine Stadt zurück, ließ an den vier Stadttoren Almosenhallen erbauen und spendete Almosen, dass er den ganzen Jambu-Erdteil damit in Aufregung versetzte. Auch hielt er die Gebote und beobachtete die Uposatha-Bestimmungen. Weil er aber dabei nach der Existenz als Naga verlangte, wurde er nach Beendigung seines Lebens in der Naga-Welt wiedergeboren und ward der Naga-König Samkhapala. Als aber die Zeit verging, bekam er trotz seiner Herrlichkeit Gewissensbisse und beobachtete von da an, indem er dabei nach der Existenz als Mensch verlangte, das Uposatha(4). Während er jedoch in seiner Naga-Behausung weilte, gelang ihm das Halten der Uposatha-Bestimmungen nicht; seine Tugend ging zugrunde. Von da an verließ er immer seine Naga-Behausung und legte sich unweit des Kannapenna-Flusses zwischen der Heerstraße und dem Fußweg um einen Ameisenhaufen herum(5). Um das Uposatha zu halten, dachte er mit vollendeter Tugend: „Wer nach meinem Fleische verlangt, soll mein Fleisch, wer nach meiner Haut u. dgl. verlangt, meine Haut u. dgl. mitnehmen“, und gab sich so selbst zum Geschenke hin. Während er so an dem Ameisenhaufen liegend die Asketentugend betätigte, blieb er am vierzehnten und fünfzehnten des Monats(6) dort und kehrte dann abermals in seine Naga-Behausung zurück.

Als er nun eines Tages so die Tugend betätigend da lag, waren gerade sechzehn Leute, die in einem Grenzdorfe wohnten, um sich Fleisch zu verschaffen, mit Waffen in der Hand im Walde umhergeschweift, kehrten aber wieder um, ohne etwas gefunden zu haben. Da sahen sie jenen oben auf dem Ameisenhaufen liegen und sie dachten: „Wir konnten heute nicht einmal eine junge Rieseneidechse fangen; darum wollen wir diesen Schlangenkönig töten und verzehren.“ Doch da kam ihnen der weitere Gedanke: „Er ist aber groß; auch wenn wir ihn fangen, könnte er uns entwischen. Darum wollen wir ihn, so wie er daliegt, an seiner Haube mit spitzen Pfählen durchbohren, ihn dadurch schwach machen und so ihn fangen.“ Und sie nahmen spitze Stäbe und gingen auf ihn zu. Der Körper des Bodhisattva aber war groß, von der Größe eines Lastkahnes und glich einer umgedreht aufgestellten Girlande aus Jasminblüten; er war mit Augen, die wie die Früchte eines Gunja-Strauches glänzten, und mit einem der Jayasumana-Blume(7) gleichenden Haupte ausgeschmückt und überaus schön.

Beim Klang der Schritte jener sechzehn Männer streckte er seinen Kopf aus der Haube heraus, öffnete seine roten Augen und dachte, als er sie mit spitzen Stäben in den Händen kommen sah: „Heute wird mein Wunsch in Erfüllung gehen. Ich liege hier, indem ich mich zum Opfer hingegeben und den festen Entschluss dazu gefasst habe. Auch wenn sie meinen Körper mit ihren Speeren zerstoßen und mich durchlöchern, werde ich nicht im Zorn die Augen öffnen, um sie anzuschauen.“ So fasste er aus Furcht, die Gebote zu verletzen, einen festen Entschluss und legte sich nieder, indem er sein Haupt innerhalb der Haube verbarg.

Die andern aber gingen auf ihn zu, fassten ihn am Schwanze, zogen ihn fort und warfen ihn auf die Erde. Mit ihren spitzen Stäben verwundeten sie ihn an acht Stellen, trieben mit Dornen besetzte Kala-Stängel(8) und Stöcke durch die Öffnungen der Wunden und machten sich auf den Weg, indem sie ihn an den acht Stellen wie mit Tragstangen trugen. — Seitdem aber das große Wesen von den spitzen Stäben verwundet war, öffnete es nicht ein einziges Mal die Augen, um sie zornig anzuschauen. Während es indes an den acht Tragstangen mitgeführt wurde, hing sein Haupt herab und schlug auf dem Boden auf. Als sie merkten, dass sein Kopf herabhing, legten sie ihn auf der Heerstraße nieder, durchbohrten mit einem dünnen Stabe seine Nasenwände, zogen einen Strick durch und hoben sein Haupt empor; und als sie die Schnur einmal hängen ließen, hoben sie abermals sein Haupt empor und setzten ihren Weg fort.

In diesem Augenblicke kam ein in der Stadt Mithila im Reiche Videha wohnender Gutsbesitzer namens Alara mit fünfhundert Lastwagen des Weges, indem er selbst auf einem schönen Wagen fuhr. Als er sah, wie diese gefräßigen Leute so den Bodhisattva gefangen hatten und daherkamen, gab er den sechzehn Leuten außer sechzehn Zugochsen jedem eine Handvoll kleiner Goldmünzen, für sie alle Ober- und Unterkleider und auch für ihre Frauen Kleider und Schmucksachen; so bewog er sie, den Bodhisattva loszulassen.

Dieser begab sich in seine Naga-Behausung, verließ sie wieder unverzüglich mit großem Gefolge und kehrte zu Alara zurück, dem er die Herrlichkeit der Naga-Behausung schilderte. Er begab sich mit ihm nach der Naga-Behausung, ließ ihm dort von dreihundert Naga-Mädchen große Ehrung zuteil werden und befriedigte ihn mit göttlichen Freuden.

Nachdem Alara in der Naga-Behausung ein Jahr lang geweilt und die göttlichen Freuden gekostet hatte, sagte er dem Naga-König: „Freund, ich wünsche, die Welt zu verlassen.“ Er erhielt von ihm die Ausrüstungsgegenstände für einen Weltflüchtling und begab sich von der Naga-Behausung nach dem Himalaya, wo er die Weltflucht betätigte.

Nachdem er dort lange geweilt, machte er sich in der Folgezeit auf die Wanderung und kam dabei nach Benares, wo er im königlichen Parke die Nacht verbrachte. Am nächsten Tage ging er, um Almosen zu sammeln, in die Stadt und kam an das Tor des Königspalastes. Befriedigt über seinen edlen Wandel ließ ihn der König von Benares zu sich rufen und wies ihm einen hergerichteten Sitz an. Nachdem er ihn mit Speise von verschiedenartigem höchstem Wohlgeschmack bewirtet hatte, setzte er sich selbst auf einen niederen Sitz, bezeigte ihm seine Verehrung und sprach, indem er ihn anredete, folgende erste Strophe:

[§1] Hover: 143. ‘‘Ariyāvakāsosi pasannanetto, maññe bhavaṃ pabbajito kulamhā; Kathaṃ nu vittāni pahāya bhoge, pabbaji nikkhamma gharā sapañña’’ [sapañño (syā.), sapaññā (pī.)]. „Von edlem Aussehn bist du, heiter blickend; aus edlem Hause, glaub ich, wardst du Mönch. Warum hast Geld und Gut du aufgegeben und wurdest Mönch, das Haus verlassend, Weiser?“

Im folgenden ist der Zusammenhang der Strophen als Rede des Königs und Gegenrede des Asketen zu verstehen.

[§2] Hover: 144. ‘‘Sayaṃ vimānaṃ naradeva disvā, mahānubhāvassa mahoragassa; Disvāna puññāna mahāvipākaṃ, saddhāyahaṃ pabbajitomhi rāja’’. „Nachdem ich selber den Palast gesehen der großen Schlange groß von Macht, o Fürst, da ich gesehn den reichen Lohn der Tugend, verließ voll Glauben, König, ich die Welt.“ [§3] Hover: 145. ‘‘Na kāmakāmā na bhayā na dosā, vācaṃ musā pabbajitā bhaṇanti; Akkhāhi me pucchito etamatthaṃ, sutvāna me jāyihitippasādo’’. „Aus Freud an Lüsten oder Furcht und Hass reden nicht Unwahrheit die Weltflüchtlinge. Sag mir auf meine Frage die Geschichte; denn aus dem Hören wird mir Freud entstehen.“ [§4] Hover: 146. ‘‘Vāṇijja [vaṇijja (pī.)] raṭṭhādhipa gacchamāno, pathe addasāsimhi bhojaputte [milācaputte (sī. pī.)]; Pavaddhakāyaṃ uragaṃ mahantaṃ, ādāya gacchante pamodamāne’’. „Da ich als Kaufmann reist', o Landesherrscher, sah junge Landleute ich auf dem Wege, die froh des Weges zogen und die trugen 'ne große Schlange mit verdrehtem Körper(9). [§5] Hover: 147. ‘‘Sohaṃ samāgamma janinda tehi, pahaṭṭhalomo avacamhi bhīto; Kuhiṃ ayaṃ nīyati [niyyati (ka.)] bhīmakāyo, nāgena kiṃ kāhatha bhojaputtā. Als ich zu ihnen kam, o Landesherrscher, sprach ich erschreckt und voller Furcht zu ihnen: ‘Wohin bringt ihr diesen furchtbaren Körper? Was macht, Gefräßige, ihr mit der Schlange?’ [§6] Hover: 148. ‘‘Nāgo ayaṃ nīyati bhojanatthā [bhojanatthaṃ (sī. syā. pī.)], pavaddhakāyo urago mahanto; Sāduñca thūlañca muduñca maṃsaṃ, na tvaṃ rasaññāsi videhaputta. ‘Zum Mahle bringen fort wir diese Schlange, die große Schlange mit verdrehtem Körper; ein Fleisch, so wohlschmeckend, so fett und weich, kennt dein Geschmack noch nicht, Videha-Sohn(10). [§7] Hover: 149. ‘‘Ito mayaṃ gantvā sakaṃ niketaṃ [niketanaṃ (pī.)], ādāya satthāni vikopayitvā; Maṃsāni bhokkhāma [bhakkhāma (syā.)] pamodamānā, mayañhi ve sattavo pannagānaṃ. Von hier gehn wir in unser eignes Haus und nehmen Messer und zerschneiden sie, dann werden fröhlich wir das Fleisch verzehren; denn wir sind doch fürwahr der Schlangen Feinde.’ [§8] Hover: 150. ‘‘Sace ayaṃ nīyati bhojanatthā, pavaddhakāyo urago mahanto; Dadāmi vo balibaddāni [balivaddāni (pī.)] soḷasa, nāgaṃ imaṃ muñcatha bandhanasmā. ‘Wenn ihr allein zum Mahle mit euch nehmt die große Schlange mit verdrehtem Körper, so gebe ich euch sechzehn starke Ochsen, dass ihr die Schlange löst aus ihren Fesseln.’ [§9] Hover: 151. ‘‘Addhā hi no bhakkho ayaṃ manāpo, bahū ca no uragā bhuttapubbā [bahuṃ ca no urago bhuttapubbo (ka.)]; Karoma te taṃ vacanaṃ aḷāra [āḷāra (ka.) evamuparipi], mittañca no hohi videhaputta. ‘Gewiss ist dies für uns ein guter Schmaus und viele Schlangen aßen wir schon früher. Wir wollen folgen deinem Wort, Alara; werde du unser Freund, Videha-Sohn.’ [§10] Hover: 152. ‘‘Tadassu te bandhanā mocayiṃsu, yaṃ natthuto paṭimokkassa pāse; Mutto ca so bandhanā nāgarājā, pakkāmi pācīnamukho muhuttaṃ. Drauf machten sie fürwahr ihn frei von Banden, die Schlinge lösten sie von seiner Nase; befreit von Banden ging der Naga-König ostwärts gewendet fort im Augenblick. [§11] Hover: 153. ‘‘Gantvāna pācīnamukho muhuttaṃ, puṇṇehi nettehi palokayī maṃ; Tadāssahaṃ piṭṭhito anvagacchiṃ, dasaṅguliṃ añjaliṃ paggahetvā. Als rasch er fortging nach Osten gewendet, da blickt' er mich mit vollen Augen an; ich aber folgte ihm von hinten nach, die zehn Finger der Hände nach ihm faltend. [§12] Hover: 154. ‘‘Gaccheva kho tvaṃ taramānarūpo, mā taṃ amittā punaraggahesuṃ; Dukkho hi luddehi punā samāgamo, adassanaṃ bhojaputtāna gaccha. ‘Geh du nur zu, du Leuchtender in Schönheit, dass dich nicht abermals die Feinde fangen. Schlimm ist's, den Jägern nochmals zu begegnen; geh, dass dich die Gefräß'gen nicht mehr sehen.’ [§13] Hover: 155. ‘‘Agamāsi so rahadaṃ vippasannaṃ, nīlobhāsaṃ ramaṇīyaṃ sutitthaṃ; Samotataṃ [samonataṃ (syā. ka.)] jambuhi vetasāhi, pāvekkhi nittiṇṇabhayo patīto. Drauf ging er hin zu einem klaren See, der dunkel glänzte, lieblich, schön von Ufern, von Jambus rings umgeben und von Rotang(11); erfreut stieg er hinein ohn' alle Furcht. [§14] Hover: 156. ‘‘So taṃ pavissa na cirassa nāgo, dibbena me pāturahuṃ janinda; Upaṭṭhahī maṃ pitaraṃva putto, hadayaṅgamaṃ kaṇṇasukhaṃ bhaṇanto. Nachdem er drin verschwunden, bald erschien der Naga mir in göttlicher Gestalt; er diente mir so wie der Sohn dem Vater, sprach herzbewegend, angenehm zu hören: [§15] Hover: 157. ‘‘Tvaṃ mesi mātā ca pitā [pitā ca (pī.)] aḷāra, abbhantaro pāṇadado sahāyo; Sakañca iddhiṃ paṭilābhakosmi [paṭilābhitosmi (pī.)], aḷāra passa me nivesanāni; Pahūtabhakkhaṃ bahuannapānaṃ, masakkasāraṃ viya vāsavassa’’. ‘Mutter und Vater bist du mir, Alara, mein Lebensretter, du mein engster Freund. Die eigne Macht hab wieder ich erhalten; meine Paläste sieh dir an, Alara, der Speisen Fülle, der Getränke Menge, gleich Vāsavas Palast Masakkasāra(12).’

O Großkönig, nachdem so der Naga-König gesprochen, sprach er, um noch weiter seine Behausung zu preisen, folgendes Strophenpaar:

[§16] Hover: 158. ‘‘Taṃ bhūmibhāgehi upetarūpaṃ, asakkharā ceva mudū subhā ca; Nīcattiṇā [nīcā tiṇā (syā. pī.)] apparajā ca bhūmi, pāsādikā yattha jahanti sokaṃ. ‘Mit hübschen Fleckchen ist er ausgestattet, von Scherben frei, ganz weich und rein der Boden, ständig mit Gras bewachsen, ohne Staub, so lieblich, dass den Kummer man vergisst, [§17] Hover: 159. ‘‘Anāvakulā veḷuriyūpanīlā, catuddisaṃ ambavanaṃ surammaṃ; Pakkā ca pesī ca phalā suphullā, niccotukā dhārayantī phalāni. ganz eben, blau wie Lapislazuli; ein schöner Mangowald ist rings umher mit Büschen reifer, voll erblühter Früchte, der Früchte trägt in allen Jahreszeiten.’ [§18] Hover: 160. ‘‘Tesaṃ vanānaṃ naradeva majjhe, nivesanaṃ bhassarasannikāsaṃ; Rajataggaḷaṃ sovaṇṇamayaṃ uḷāraṃ, obhāsatī vijjurivantalikkhe. Und in der Mitte dieser Wälder, Fürst, ist ein Palast im hellen Glanze strahlend, aus Gold gemacht, silbern die Tür, gewaltig erglänzt er wie ein Blitzstrahl in der Luft. [§19] Hover: 161. ‘‘Maṇīmayā soṇṇamayā [sovaṇṇamayā (sī. syā. pī.)] uḷārā, anekacittā satataṃ sunimmitā; Paripūrā kaññāhi alaṅkatābhi, suvaṇṇakāyūradharāhi rāja. Aus Edelstein und Gold gemacht, gewaltig, bunt strahlend ist er, wohl gebaut, beständig ist er gefüllt mit reich gezierten Mädchen, die Schmuck aus reinem Golde tragen, König. [§20] Hover: 162. ‘‘So saṅkhapālo taramānarūpo, pāsādamāruyha anomavaṇṇo; Sahassathambhaṃ atulānubhāvaṃ, yatthassa bhariyā mahesī ahosi. Drauf Samkhapala, herrlich anzuschauen, stieg unvergleichlich schön in den Palast, der tausend Säulen hat, unübertrefflich an Pracht, wo seine erste Gattin wohnte. [§21] Hover: 163. ‘‘Ekā ca nārī taramānarūpā, ādāya veḷuriyamayaṃ mahagghaṃ; Subhaṃ maṇiṃ jātimantūpapannaṃ, acoditā āsanamabbhihāsi. Und eine Frau, gar herrlich anzuschauen, in ihrer Hand aus Lapislazuli ein wertvoll Kleinod, rein und edler Art, unaufgefordert brachte einen Sitz. [§22] Hover: 164. ‘‘Tato maṃ urago hatthe gahetvā, nisīdayī pāmukhaāsanasmiṃ; Idamāsanaṃ atra bhavaṃ nisīdatu, bhavañhi me aññataro garūnaṃ. Drauf fasste mich der Naga bei der Hand und setzte mich zu oberst auf den Sitz: ‘Auf diesem Sitz hier lass dich nieder, Herr, denn du giltst mir wie eines meiner Eltern.’ [§23] Hover: 165. ‘‘Aññā ca nārī taramānarūpā, ādāya vāriṃ upasaṅkamitvā; Pādāni pakkhālayī me janinda, bhariyāva [bhariyā ca (pī.)] bhattū patino piyassa. Drauf eine andre Frau, schön anzuschauen, kam zu mir her mit einem Wasserkrug; sie wusch die Füße mir, o Völkerfürst, wie eine Gattin ihrem lieben Gatten(13). [§24] Hover: 166. ‘‘Aparā ca nārī taramānarūpā, paggayha sovaṇṇamayāya [sovaṇṇamayā (pī.)] pātiyā; Anekasūpaṃ vividhaṃ viyañjanaṃ, upanāmayī bhatta manuññarūpaṃ. 'ne andre Frau, gar herrlich anzuschauen, brachte herbei auf einer goldnen Schüssel verschiedne Saucen, mannigfache Würzen und bot mir Speise an, lieblich zu sehen. [§25] Hover: 167. ‘‘Turiyehi [tūriyehi (ka.)] maṃ bhārata bhuttavantaṃ, upaṭṭhahuṃ bhattu mano viditvā; Tatuttariṃ [taduttariṃ (ka.)] maṃ nipatī mahantaṃ, dibbehi kāmehi anappakehi. Da ich gespeist, Bharata, sie erfreuten mich mit Musik nach ihres Gatten Willen; und größ're Wonne noch ward mir zuteil durch mannigfache himmlische Ergötzung.

So kam er zu mir her und sprach folgende Strophe:

[§26] Hover: 168. ‘‘Bhariyā mametā tisatā aḷāra, sabbattamajjhā padumuttarābhā; Aḷāra etāssu te kāmakārā, dadāmi te tā paricārayassu. ‘Dreihundert Frauen hab ich hier, Alara, schönhüftig alle, schön wie Lotos glänzend. Um dir, Alara, Freude zu bereiten, schenk ich sie dir, mache sie dir zu eigen.’“

Darauf fuhr jener fort:

[§27] Hover: 169. ‘‘Saṃvaccharaṃ dibbarasānubhutvā, tadāssuhaṃ [tadassahaṃ (pī.)] uttarimajjhabhāsiṃ [uttari paccabhāsiṃ (sī. syā.), uttariṃ paccabhāsiṃ (pī.)]; Nāgassidaṃ kinti kathañca laddhaṃ, kathajjhagamāsi vimānaseṭṭhaṃ’’. „Da ich ein Jahr göttliches Glück genossen, redet' ich ihn zum Schlusse also an: ‘Wie ward dir dieses Naga-Los zuteil und wie kamst du zum herrlichsten Palaste? [§28] Hover: 170. ‘‘Adhicca laddhaṃ pariṇāmajaṃ te, sayaṃkataṃ udāhu devehi dinnaṃ; Pucchāmi taṃ [te (pī.)] nāgarājetamatthaṃ, kathajjhagamāsi vimānaseṭṭhaṃ’’. Erhieltst du's ohne Grund oder als Lohn, ist's selbst verdient oder der Götter Gabe? Ich frage dich danach, o Naga-König; wie kommst du zu dem herrlichsten Palaste?’“

Die folgenden Strophen enthalten die Rede und die Gegenrede der beiden:

[§29] Hover: 171. ‘‘Nādhicca laddhaṃ na pariṇāmajaṃ me, na sayaṃkataṃ nāpi devehi dinnaṃ; Sakehi kammehi apāpakehi, puññehi me laddhamidaṃ vimānaṃ’’. „‘Nicht ohne Grund erhielt ich's, noch als Lohn, nicht selbst verdient, noch als der Götter Gabe; durch meine eignen Taten frei von Bosheit, durch meine guten Werke ward mir dies zuteil.’ [§30] Hover: 172. ‘‘Kiṃ te vataṃ kiṃ pana brahmacariyaṃ, kissa suciṇṇassa ayaṃ vipāko; Akkhāhi me nāgarājetamatthaṃ, kathaṃ nu te laddhamidaṃ vimānaṃ’’. ‘Was war dein Vorsatz, wie dein heil'ger Wandel, von welchem guten Werk ist dies die Frucht? Verkündige mir dies, o Naga-König: Wie kamst du zu dem herrlichsten Palaste?’ [§31] Hover: 173. ‘‘Rājā ahosiṃ magadhānamissaro, duyyodhano nāma mahānubhāvo; So ittaraṃ jīvitaṃ saṃviditvā, asassataṃ vipariṇāmadhammaṃ. ‘Ein König war ich, Herr von Magadha, Duyyodhana mit Namen, groß von Macht. Da ich des Lebens Niedrigkeit erkannte, die Unbeständigkeit, Veränderung, [§32] Hover: 174. ‘‘Annañca pānañca pasannacitto, sakkacca dānaṃ vipulaṃ adāsiṃ [adāsi (pī.)]; Opānabhūtaṃ me gharaṃ tadāsi, santappitā samaṇabrāhmaṇā ca. gab Trank und Speis' ich gläubigen Gemütes, voll Eifer spendete ich viel Almosen. Dem offnen Laden glich damals mein Haus, befriedigt war'n Asketen und Brahmanen. [§33] Hover: 175. [ayaṃ gāthā pī. potthake natthi] ‘‘Mālañca gandhañca vilepanañca, padīpiyaṃ [padīpayaṃ (syā. ka.)] yānamupassayañca; Acchādanaṃ seyyamathannapānaṃ, sakkacca dānāni adamha tattha [ayaṃ gāthā pī. potthake natthi]. Dies war mein Vorsatz, dies mein heil'ger Wandel, von diesem guten Werk ist dies die Frucht; so nur hab ich erhalten dieses Haus, das voll von Speise, an Getränken reich [§34] Hover: 176. ‘‘Taṃ me vataṃ taṃ pana brahmacariyaṃ, tassa suciṇṇassa ayaṃ vipāko; Teneva me laddhamidaṃ vimānaṃ, pahūtabhakkhaṃ bahuannapānaṃ’’; ‘‘Naccehi gītehi cupetarūpaṃ, ciraṭṭhitikaṃ na ca sassatāyaṃ. und das belebt ist von Gesang und Tanz für lange Zeit; denn nicht ist dies beständig. Schwache verletzen den Großmächtigen, den Glanzerfüllten die Glanzesberaubten(14).’ [§35] Hover: 177. ‘‘Appānubhāvā taṃ mahānubhāvaṃ, tejassinaṃ hanti atejavanto; Kimeva dāṭhāvudha kiṃ paṭicca, hatthatta [hatthattha (sī. syā. pī.)] māgacchi vanibbakānaṃ [vaṇibbakānaṃ (sī.)]. 178. ‘‘Bhayaṃ nu te anvagataṃ mahantaṃ, tejo nu te nānvagaṃ dantamūlaṃ; Kimeva dāṭhāvudha kiṃ paṭicca, kilesamāpajji vanibbakānaṃ’’. ‘Warum jedoch, aus welchem Grunde begabst du dich, Zahnbewehrter, in die Hand der Jäger? Warst du in eine große Furcht verfallen, ging nicht aus dir heraus der Zähne Kraft? Warum wohl und aus welchem Grund gerietest du, Zahnbewehrter, in die Hand der Jäger?’ [§36] Hover: 179. ‘‘Na me bhayaṃ anvagataṃ mahantaṃ, tejo na sakkā mama tehi hantuṃ [tebhihantuṃ (syā. ka.)]; Satañca dhammāni sukittitāni, samuddavelāva duraccayāni. ‘Mich hatte keine große Furcht befallen, noch konnten jene meine Kraft besiegen. Die hoch gepriesnen Tugenden der Weisen sind wie des Meeres Strand schwer übersteigbar. [§37] Hover: 180. ‘‘Cātuddasiṃ pañcadasiṃ aḷāra, uposathaṃ niccamupāvasāmi; Athāgamuṃ soḷasa bhojaputtā, rajjuṃ gahetvāna daḷhañca pāsaṃ. Am vierzehnten und fünfzehnten, Alara, halte ich immer das Uposatha. Da kamen die sechzehn gefräß'gen Leute mit einem Strick und einer festen Schlinge. [§38] Hover: 181. ‘‘Bhetvāna nāsaṃ atikassa [antakassa (ka.)] rajjuṃ, nayiṃsu maṃ samparigayha luddā; Etādisaṃ dukkhamahaṃ titikkhaṃ [titikkhiṃ (pī.)], uposathaṃ appaṭikopayanto’’. Die Jäger, die mich fingen, mir durchbohrten die Nas' und zogen durch den Schlitz den Strick; doch solche Schmerzen voll Geduld ertrug ich, da ich's Uposatha nicht brechen wollte.’ [§39] Hover: 182. ‘‘Ekāyane taṃ pathe addasaṃsu, balena vaṇṇena cupetarūpaṃ; Siriyā paññāya ca bhāvitosi, kiṃ patthayaṃ [kimatthiyaṃ (sī. syā. pī.)] nāga tapo karosi. ‘Auf dem einsamen Wege sah ich dich, wie du mit Kraft und Schönheit ausgestattet. Mit Macht und Weisheit bist du wohl versehen; warum, o Naga, treibst du denn Askese?’ [§40] Hover: 183. ‘‘Na puttahetū na dhanassa hetu, na āyuno cāpi aḷāra hetu; Manussayoniṃ abhipatthayāno, tasmā parakkamma tapo karomi’’. ‘Nicht um des Lohnes, nicht um Geldes willen, auch nicht, Alara, wegen langen Lebens: weil ich nach menschlicher Geburt verlange, darum betreib ich dies mit solchem Eifer.’ [§41] Hover: 184. ‘‘Tvaṃ lohitakkho vihatantaraṃso, alaṅkato kappitakesamassu; Surosito lohitacandanena, gandhabbarājāva disā pabhāsasi [pabhāsi (ka.)]. ‘Die Augen rot, zerteilte Strahlen sendend, geschmückt und wohl geordnet Haar und Bart, mit rotem Sandelpulver wohl beträufelt, glänzt du weithin wie der Gandharva-König(15). [§42] Hover: 185. ‘‘Deviddhipattosi mahānubhāvo, sabbehi kāmehi samaṅgibhūto; Pucchāmi taṃ nāgarājetamatthaṃ, seyyo ito kena manussaloko’’. Der Götter Macht hast du, bist groß von Kraft, mit allen Freuden bist du ausgestattet. Ich frage dich darnach, o Naga-König: Wodurch ist besser denn die Menschenwelt?’ [§43] Hover: 186. ‘‘Aḷāra nāññatra manussalokā, suddhī va saṃvijjati saṃyamo vā; Ahañca laddhāna manussayoniṃ, kāhāmi jātimaraṇassa antaṃ’’. ‘Alara, außerhalb der Menschenwelt gibt's keine Reinheit oder Selbstbezähmung. Wenn ich erlange die Geburt als Mensch, dann bring zu Ende ich Geburt und Tod(16).’ [§44] Hover: 187. ‘‘Saṃvaccharo me vasato [vusito (pī.)] tavantike, annena pānena upaṭṭhitosmi; Āmantayitvāna palemi nāga, cirappavuṭṭhosmi [cirappavuttho asmi (pī.)] ahaṃ janinda’’. ‘Ein ganzes Jahr hab ich bei dir verweilt, mit Trank und Speise ward mir aufgewartet. Jetzt nehm ich Abschied, Naga, und ich scheide; schon lange bin ich ausgeblieben, Fürst.’ [§45] Hover: 188. ‘‘Puttā ca dārā anujīvino ca [ca’nujīvino (syā. pī.)], niccānusiṭṭhā upatiṭṭhate taṃ; Kaccinnu taṃ nābhisapittha [nābhisaṃsittha (syā. pī.)] koci, piyañhi me dassanaṃ tuyhaṃ [tuyha (pī.)] aḷāra’’. ‘Die Frauen und die Kinder und Verwandten sind angewiesen, stets dir aufzuwarten. Hat etwa einer dich nicht lieb behandelt(17)? Denn lieb ist mir dein Anblick, o Alara.’ [§46] Hover: 189. ‘‘Yathāpi mātū ca pitū agāre, putto piyo paṭivihito vaseyya [seyyo (pī.)]; Tatopi mayhaṃ idhameva seyyo, cittañhi te nāga mayī pasannaṃ’’. ‘So wie die Eltern angenehm im Hause, noch schöner, wenn ein lieber Sohn dort aufwächst, gefällt mir's hier noch besser als dies alles, dass dein Herz, Naga, mir ist zugewandt.’ [§47] Hover: 190. ‘‘Maṇī mamaṃ vijjati lohitaṅko [lohitaṅgo (ka.)], dhanāharo maṇiratanaṃ uḷāraṃ; Ādāya tvaṃ [taṃ (pī.)] gaccha sakaṃ niketaṃ, laddhā dhanaṃ taṃ maṇimossajassu’’. ‘Ich habe ein Juwel mit rotem Flecken, das Schätze bringt, ein gar gewaltig Kleinod. Nimm es und kehr damit zurück nach Hause; wenn du den Schatz hast, schick zurück das Kleinod!’“

Nachdem so Alara gesprochen, fügte er hinzu: „Darauf sagte ich, o Großkönig, zu dem Naga-König: ‘Lieber, mich verlangt nicht nach Schätzen, sondern ich wünsche, die Welt zu verlassen.’ Ich bat ihn um die Ausrüstungsgegenstände für Weltflüchtlinge, verließ mit ihm die Naga-Behausung, ließ ihn umkehren und zog in den Himalaya, wo ich die Weltflucht betätigte.“ Darauf sprach er, um dem König die Wahrheit zu verkünden, folgendes Strophenpaar:

[§48] Hover: 191. ‘‘Diṭṭhā mayā mānusakāpi kāmā, asassatā vipariṇāmadhammā; Ādīnavaṃ kāmaguṇesu disvā, saddhāyahaṃ pabbajitomhi rāja. „Gesehen hab ich, dass der Menschen Lüste sind unbeständig, ausgesetzt dem Wechsel. Da ich der Sinnenlust Nachteil erkannte, verließ die Welt ich gläub'gen Sinnes, König. [§49] Hover: 192. ‘‘Dumapphalānīva patanti māṇavā, daharā ca vuddhā ca sarīrabhedā; Etampi disvā pabbajitomhi rāja, apaṇṇakaṃ sāmaññameva seyyo’’. Gleich Baumesfrüchten fallen ab die Menschen, bei jung und alt der Körper wird zerstört. Da ich dies sah, hab ich die Welt verlassen; die Wahrheit und die Einheit ist das Beste.“

Da dies der König hörte, sprach er folgende weitere Strophe:

[§50] Hover: 193. ‘‘Addhā have sevitabbā sapaññā, bahussutā ye bahuṭhānacintino; Nāgañca sutvāna tavañcaḷāra, kāhāmi puññāni anappakāni’’. „Gewiss, fürwahr, die Weisen sind zu ehren, die hoch Gelehrten, die vieles ersinnen(18). Da ich den Naga hört' und dich, Alara, werd ich gar viele gute Werke tun.“

Um aber in ihm den Eifer dazu zu stärken, sprach der Asket folgende Schlussstrophe:

[§51] Hover: 194. ‘‘Addhā have sevitabbā sapaññā, bahussutā ye bahuṭhānacintino; Nāgañca sutvāna mamañca rāja, karohi puññāni anappakānī’’ti. „Gewiss, fürwahr, die Weisen sind zu ehren, die hoch Gelehrten, die vieles ersinnen. Da du den Naga und mich hörtest, König, so übe gute Werke du in Menge!“

Nachdem er so den König in der Wahrheit unterwiesen, blieb er die vier Monate der Regenzeit dort und kehrte dann in den Himalaya zurück. Hier betätigte er zeitlebens die vier Vollkommenheiten(19) und gelangte danach in die Brahmawelt. — Samkhapala über beobachtete auch, solange er lebte, die Uposatha-Bestimmungen; der König endlich verrichtete gute Werke wie Almosen Geben u. dgl. und gelangte hierauf an den Ort seiner Verdienste.

[§C] Hover: Schlußworte und Auflösung

Nachdem der Meister diese Unterweisung beschlossen, verband er das Jātaka mit folgenden Worten: „Damals war der Vater, der Asket wurde, Kassapa, der König von Benares war Ananda, Alara war Sariputta, Samkhapala aber war ich.“

Ende der Erzählung von Samkhapala

Anmerkungen:

<dl>

1.

Diese Bemerkung steht im Texte fälschlich schon bei den Worten Buddhas.

2.

D. h. das Glück ihrer Existenz als göttliche Schlangenwesen.

3.

Diese göttlichen Schlangenwesen zeigen sich vor den Menschen gewöhnlich

in menschlicher Gestalt.

4.

Besonders sind hier gemeint die Enthaltung von der Unzucht und von der

Verletzung anderer, was unten als „Asketentugend'' bezeichnet ist. Vgl. Jātaka 1 Anm. 13.

5.

In Schlangengestalt.

6.

Dies waren die Haupt-Uposatha-Tage.

7.

Die Pflanze Pentapetes phoenicea.

8.

Kala ist Ipomoea turpethum, eine große Windenart.

9.

Der Kommentator fasst „pavattakayo“ in der Bedeutung „mit ausgewachsenem

Körper“.

10.

Der Redende stammte, wie oben angeführt ist, aus dem Reiche Videha.

11.

Calamus Rotang; Jambu ist der Rosenapfelbaum, Eugenia Jambu.

12.

Nach dem Kommentator ist dies eigentlich ein Name für den Berg Meru;

hier aber sei Indras (Vasavas) Himmel damit gemeint.

13.

Die Lesart einer Handschrift „va“ verdient den Vorzug vor dem sonst

überlieferten „ca“.

14.

Nach der Interpunktion des Textes ist es nicht klar, wo die Gegenrede

des Alara beginnt. Die nächsten zwei Verse sind aber sicher von diesem gesprochen zu denken.

15.

Die Gandharvas (= himmlische Musikanten) gehören zu den niederen

Gottheiten; ihr Fürst ist Dhatarattha.

16.

Nur als Mensch kommt er zum Nirvana.

17.

Francis übersetzt etwas zu bestimmt: „No one, I trust, has offered thee

a slight.“

18.

Diese beiden Verse kommen öfters in den Jātakas vor; so im Jātaka 391 Strophe 6, Jātaka 505 Strophe 29 und Jātaka 506 Strophe 40.

19.

Es sind wohl die vier Stufen der <abbr title=„Jhana, oder Vertiefung, Konzentration, Sammlung“>Ekstase</abbr> gemeint.

Anmerkung jb:

Die Palischriften weisen 52 Strophen aus, hier sind 51 vorzufinden. Strophe 177 u. 178 habe ich der Strophe 37 vorerst zugeordnet.

</dl>

de/tipitaka/sut/kn/j/j11/j524.txt · Zuletzt geändert: 2019/10/30 13:23 von Johann